Zumindest theoretisch. Denn auf unserem neuen Gartengrundstück haben wir kein fließend Wasser und sind auch nicht mit dem lokalen Stromnetz verbunden. Für machen Leute ein Alptraum, für mich der Innbegriff von Natur und Abenteuer. Deshalb zelte ich auch für mein Leben gerne. Dabei wird mir immer wieder bewusst, wie weit wir uns in unserem Alltag von der Natur und somit vom eigentlichen Leben entfernt haben. Wir glauben, einen gewissen Standard zu brauchen, um ein angenehmes Leben führen zu können. In Wahrheit aber sind wir Knechten des "Haben-Wollens", Opfer des Kommerz. Dabei verschwenden wir Ressourcen, verdrängen die Natur und viele interessiert es nicht. Wenn ich draußen bin im Wald und in den Bergen, dann merke ich, dass der Mensch eigentlich gar nicht so viel braucht, weder zum Leben, noch zum glücklich sein. Ich persönlich fühle mich dort draußen spirituell viel besser, zufriedener, erfüllter, und bin jedes Mal traurig, wenn ich weiss ich muss zurück in die Stadt, in den Kampf um Macht, Karriere, und Geld, wo der Schein mehr Wert ist als das Sein.
Dieses Grundstück ist mein Tempel, mein Notausgang aus dem Alltag, mein "Save Haven". Von Anfang an War klar, dass wir hier keine großartige Kultivierung unternehmen würden. Vielleicht ein paar Bäume, eventuell ein kleines Beet oder Kräuter, aber kein organisiertes Gärtnern. Mir geht es eher um das Sein in und mit der Natur. Das bedeutet auch, dass wir keine Pestizide spritzen und auch keine Tierfallen aufstellen. Anders als der Mensch, weiß die Natur sich nämlich selbst zu regeln, wenn man sie nur lässt.
Aber machen wir uns nichts vor, auch ein kleines Beet muss gegossen werden, besonders wenn der Sommer so heiß ist wie in diesem Jahr. Unsere erste große Investition war daher ein 200l Wassertank, um das Regenwasser aufzufangen. Mir ist natürlich auch klar, dass der Tank nur voll wird, wenn es auch regnet, was bisher eher wenig der Fall war. Zu unserem Glück befindet sich aber ein öffentlicher Brunnen in der Nähe des Grundstücks, sodass wir die Möglichkeit haben, den Tank pö a pö zu füllen. Unser Trinkwasser nehmen wir von Zuhause mit in dem Kanister, den wir auch immer beim Campen dabei haben.
Auch Strom werden wir so wie es scheint bald auf dem Grundstück haben, obwohl ich von der Idee überhaupt nicht begeistert bin. Aber der Mann will es so. In einer Beziehung muss man eben immer Kompromisse eingehen. Also hat Robert zwei Solar-Panels gekauft, die er auf dem Hüttendach montieren möchte. Bisher ist das letze Wort jedoch noch nicht gesprochen ;). Es stellt sich nämlich die Frage, ob die Hütte überhaupt genug Sonne abbekommt, um nutzbare Energie zu produzieren. Man darf gespannt sein.
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