Dienstag, 25. August 2015

Wanderurlaub im mystischen Schwarzwald - Tag 3 Wanderung zum Schluchsee



Zum Abschluss unseres Wanderurlaubs wollten wir noch eine richtige Wanderung unternehmen, und zwar zum Schluchsee. Das Auto stellten wir auf einem Parkplatz in unmittelbarer Nähe zum Gasthof Hirschen in Fischbach ab. Pünktlich zu unserer Ankunft fing es natürlich wieder an zu regnen. Nein, es goss!! Der Regen peitschte derart heftig auf uns herab, dass selbst die Schirme eigentlich nichts mehr nützten. Die ausgeschilderte Wanderroute führte uns quer durch Wald und Flur und fasziniert mit einem weiten Blick in das malerische Fischbach Tal.

Die Landschaft war das reinste Paradies. Überall sprießte junges Grün hervor und man konnte förmlich riechen wie die Natur allmählich aus dem Winterschlaf erwachte. In den Geruch von nasser Erde mischte sich ein Duft von Tannennadeln, Harz und wildem Schnittlauch. Es war herrlich.


Immer wieder kamen wir vorbei an frisch geborenen Waldblumen und kleinen Rinnsale, die der Regen der letzten Tage hatte entstehen lassen, und die nun sanft glucksend die Waldhänge entlang sprudelten. Und während ich mich so umsah und die Eindrücke um mich herum in mich aufnahm, dachte ich nur, was für ein magischer Ort der Wald doch ist. Es verwundert mich nicht, dass er die Geburtsstätte und Schauplatz unzähliger Märchen und Mythen ist.


Als wir eine Stunde später am See ankamen, setzte der Regen schließlich aus und ab und zu blinzelte tatsächlich die Sonne hinter der dunklen Wolkendecke hervor. Vor uns ereignete sich wahrhaftig ein Naturschauspiel, als dicke Nebelschwarten aus dem Wald heraufstiegen.


Als wir noch Kinder waren hatte meine Mutter uns erzählt, dieser Nebel sei in Wahrheit der Rauch von Hexenkesseln, die die Hexen bei schlechtem Wetter anfeuern um sich zu wärmen. Diese Vorstellung machte mir allerdings keine Angst; ganz im Gegenteil, es faszinierte mich. Alles was ich dacht war "Wow, gibt es bei uns viele Hexen". Nachdem wir die Aussicht noch für eine Weile genossen hatten, machten wir uns auch schon auf den Rückweg. Am Parkplatz entschieden wir kurzerhand im Gasthof Hirschen einzukehren und so den kurzen aber intensiven Wanderurlaub im magischen Schwarzwald ausklingen zu lassen. 

Wanderurlaub im mystischen Schwarzwald - 2. Nacht im Entenhäusle beim Griesget-Hof

Dieses Juwel  befindet sich im Schwarzwald zwischen Triberg, St. Georgen und Furtwangen und gehört zum Griesget-Hof. An diesem Ort hat man wahrlich das Gefühl, der letzte Mensch auf Erden zu sein. Laut Beschreibung der Betreiber, befindet sich der nächste Nachbar in 500 Meter Entfernung.  Und genau den Eindruck hatten wir auch, als wir in der Dämmerung das wolkenverhangene Tal hinabfuhren. Direkt vor dem Haus befinden sich ein kleiner See, eine Grillstelle, sowie eine großzügige Wiese, die regelrecht zum Picknick animiert. Vor allem im Sommer lässt es sich hier bestimmt toll aushalten. Aber wie die Bilder auf der Website des Hofes zeigen, hat dieses schöne Fleckchen Erde zu jeder Jahreszeit seine Reize.

Wir hatten die untere Wohnung des Hauses gemietet. Die Einrichtung ist schlicht, aber komfortabel. Das Haus verfügt über eine großzügige Küche mit einem riesigen Tisch.  Selbst ein Fernsehgerät und ein Radio sind vorhanden. Die Einrichtung ist teilweise etwas älter aber gut gepflegt. In einer kleinen Kammer neben der Küche haben wir sogar ein Uno-Spiel gefunden. Damit war die Abendgestaltung auch geklärt. Ich hab übrigens verloren. Auch die Schlafräume und sanitären Anlagen waren bei Ankunft sauber und in gepflegtem Zustand. Nachdem die Zimmerverteilung ausgemacht war, machten wir sogleich Gebrauch von der Grillstelle und den Sitzbänken vor dem Haus. Jetzt konnte uns auch der erneut einsetzende Regen nicht nach drinnen bewegen - wir blieben stur sitzen bei Wurst und Bier, und taten so, als ob es schon Sommer wäre. 

Am nächsten Tag haben wir uns vom Vermieter sagen lassen, dass wir wahres Glück hatten, so kurzfristig im Entenhäusle unterzukommen, da sie normalerweise schon ein ganzes Jahr im Voraus ausgebucht sind. Unser einziges Glück war, dass ein Stammgast, der sich hier jedes Jahr um die gleiche Zeit einmietet, abgesprungen war. Das heißt, wer sich einen Aufenthalt im Entenhäusle vorstellen kann, sollte sicherheitshalber schon frühzeitig bei den Betreibern anfragen. Ich weiß nicht mehr genau, was wir bezahlt haben. Wir hatten das alles schon ein paar Wochen im Voraus per Telefon  abgeklärt. Aber ich erinnere mich, dass der Preis für vier Personen okay war. Auskünfte über Preise und Angebote sind am Besten per direkte Anfrage beim Griesget-Hof zu erhalten: http://www.griesget-hof.de

Am nächsten Morgen verließen wir dieses Idyll mit einem lachenden und einem weinenden Auge. Weinend, weil wir gerne länger geblieben wären und wussten, dass unser abenteuerliches Wochenende im Schwarzwald sich mit großen Schritten dem Ende näherte. Mit einem lachenden, weil wir uns fest vorgenommen haben irgendwann zurückzukehren zum Entenhäusle, und dann hoffentlich für länger. Bis dahin, danke Griesget-Hof, für die schöne Zeit.

Wanderurlaub im mystischen Schwarzwald - Tag 2 Stopp an den Triberger Wasserfällen

Die Triberger Wasserfälle sind mit einer Fallhöhe von 163 Metern die höchsten Wasserfälle Deutschlands und inzwischen ein wahrer Touristenmagnet. Eingefasst von eiszeitlichem Gestein, ergießen sich die  Wasserfälle  durch eine malerische Waldlandschaft. Ich war ganz aufgeregt, meinen Freunden dieses Wahrzeichen des Schwarzwaldes zu zeigen. Diese Vorfreude hielt jedoch nicht lange an. Kurz vor den Wasserfällen tauchte am Horizont ein kleiner Holzverschlag auf, der sich als Kassenhäuschen entpuppte - 4 Euro Eintritt sollte die Besichtigung kosten. Ich habe nicht schlecht gestaunt, als ich das gehört habe. In meiner Kindheit war ich unzählige Male hier gewesen, aber dass wir jemals hätten Eintritt bezahlen müssen, daran konnte ich mich nicht erinnern. Als ich den Menschen im Kassenhaus darauf ansprach, seit wann das denn so sei und wofür das Geld verwendet würde, war dieser nur wenig erfreut über diese Fragen und reagierte äußerst unfreundlich. Der einzige Grund, warum wir dennoch zu den Wasserfällen gegangen sind war, dass einige von uns bereits bezahlt hatten.


Entlang des Wasserfalls wurden einige Plattformen angelegt, von denen man bessere Sicht auf das Naturspektakel hat. Leider waren diese trotz des nassen Wochenendes übervoll mit Besuchern und einige Flächen waren komplett gesperrt. Nach ungefähr 30 Minuten hatten wir dann auch schon alles gesehen und gingen zurück zum Auto. Just als wir an dem Kassenhaus vorbei kamen, sahen wir wie der kompetente Kassenwart seine Hütte verriegelte und die nachströmenden Besucher nun kostenlosen Zugang zu dem Gelände hatten. Als ich das sah kam ich mir ziemlich verarscht vor und zuhause hatte ich noch lange das Bedürfnis einen Beschwerdebrief zu schreiben. Aber an wen denn? Hätte wahrscheinlich sowieso keinen interessiert. 

Mein Fazit: Die Triberger Wasserfälle sind nach wie vor schön und die 4 Euro Eintrittspreis ändern auch daran nichts, aber ich hätte gerne vor Ort eine kompetente und vor allem höfliche Antwort zur Rechtfertigung eines Preisgeldes erhalten. Als Besucher finde ich ist es mein gutes Recht eine solche Auskunft zu bekommen. Es düngt mir nämlich,  man hat in dem wachsenden  touristische Interesse an dem Naturwunder eine weitere Möglichkeit erkannt, um ordentlich Kasse zu machen. Ich für meinen Teil habe nicht das Bedürfnis so baldig noch einmal an die Wasserfälle zurückzukehren. 

Wanderurlaub im mystischen Schwarzwald - Tag 2 Kühe streicheln auf dem Vogtsbauernhof in Gutach

Nachdem wir das Kloster Allerheiligen hinter uns gelassen hatten und aus dem Tal raus waren, grüßte uns die Sonne und es versprach zumindest ein trockenerer Tag zu werden. Das hatten wir auch schwer gehofft. Unser Hauptziel für heute war nämlich das Freilichtmuseum rund um den historischen Vogtsbauernhof in Gutach. Auf diesen Ausflug hatte ich mich am Meisten gefreut. In meiner Kindheit waren wir oft hier gewesen. Pro erwachsenen haben wir 9 Euro Eintritt bezahlt, als Student bekommt man 1 Euro Ermäßigung. Dabei gibt es weitere Preisangebote für Reisegruppen, sowie drei verschiedene Familienangebote, die auch Großfamilien berücksichtigen. Dafür gibt es von mir auf jeden Fall schon mal einen dicken Bonuspunkt.


Der Vogtsbauernhof bildet das Herzstück des Freilichtmuseums. Dieser Hof wurde im Jahre 1964 durch "Museumsgründer Prof. Hermann Schilli zum "kreiseigenen Denkmalshof" umgebaut"(siehe http://www.vogtsbauernhof.de). Im Laufe der darauffolgenden 40 Jahre wurden weitere historische Höfe aus der Schwarzwälder Region auf das Areal um den Vogtsbauernhof umgesetzt. Daten und Fotos, die diesen höchst aufwendigen und interessanten Prozess der Umsiedelung dokumentieren, sind ebenfalls in dem Freilichtmuseum ausgestellt. Dabei fügen sich die Höfe so perfekt in das ländliche Gesamtbild ein, dass der Eindruck entsteht, das Dorf wäre schon immer hier gewesen. 














Mich interessiert vor allem das Innere der Gehöfte. Dabei bin ich immer wieder beeindruckt von der Einfachheit der Einrichtung. Was wir heute als mangelnden Komfort bezeichnen würden, war damals der allgemeine Standard. Träumerisch wie ich bin, neige ich dazu sehr idealistisch zu denken. Das heißt, wenn ich eine solche Stube betrete, dann sehe ich nicht die Primitivität und Entbehrung, sonder die Familie, wie sie am Ende eines harten Arbeitstages am Tisch sitzt, auf dem bereits das selbst gebackene Brot und Großvaters Selbstgebrannter stehen, während Muttern den warmen Eintopf schöpft. Der Kachelofen verbreitet eine wohlige Wärme und bringt die Eisblumen, die sich von außen an den hauchdünnen Fensterscheiben gebildet haben, allmählich zum schmelzen.

Ich weiß natürlich, dass das Leben damals hart war und dass die Menschen damals auch Sorgen hatten, dass die Kindersterblichkeit viel höher war als heute und dass die Leute bereits mit 40 völlig abgearbeitet waren. Und dennoch strahlt dieses Leben im Einklang mit der Natur und den Jahreszeiten einen  unbeschreiblichen Frieden aus. Aber so faszinierend wie diese vermeintliche Reise in ein vergangenes Leben scheint, hat sie doch auch etwas melancholisches. Die selben Räumen, die heute von Besucherströmen als Attraktion besichtigt werden, waren zum Teil noch vor 50 Jahren bewohnt von Menschen, die dort gelebt, geliebt und gearbeitet haben. Es macht einem schmerzlich bewusst, wie schnell sich die Welt verändert und wie vergleichbar kurz die menschliche Existenz doch ist. Bei manchem Besucher wecken die Höfe gar Erinnerungen an die eigene Kindheit.
Im Laufe der letzten 20 Jahre wurde das Angebot in dem Museums-Dorf stark ausgebaut. In den Werkstätten kann man Männer und Frauen bei traditionellen Arbeiten beobachten und nach kurzer Anweisung sogar selbst das eine oder andere Stück anfertigen. Zu einem Unkostenpreis von 2 Euro kann man am original Holzofenhaus ein frisch gebackenes Bauernbrot erwerben. Da muss man allerdings schnell sein - die gehen sprichwörtlich weg wie die warmen Semmel. In den Gebäuden selbst sind heute viele kleinere Ausstellungen Eingerichtet, teilweise sehr interaktiv, um die kleinen Besucher mehr einzubinden. Auch gibt es heute den Sommer über echte Nutztiere auf dem Gelände zum bestaunen und auch zum berühren. Während die Ziegen und Schweine lieber unter sich sind, sind vor allem das Pferd und die Kühe sehr zutraulich. Da kann es auch mal vorkommen, dass einem völlig unerwartet eine Kuhzunge durchs Gesicht fährt. Meine Schwester musste diese... schleimige Erfahrung schon machen - zu unserer Unterhaltung und zu ihrem Leid. Zudem gibt es einen Abenteuerspielplatz auf dem Gelände, neben dem sich ein kleiner Imbissstand mit breitem Angebot und einer großzügigen Picknickanlage mit Bänken und Tischen, an denen es sich super pausieren lässt. Dank zahlreicher Souvenier-Stände kommen auch Souvenier-Fans auf ihre Kosten. 













Für mich ist ein Tag auf den Vogtsbauernhöfen auch nach all diesen Jahren noch ein Erlebnis, das zweifellos einen nachhaltigen Eindruck hinterlässt. Ich hoffe, dass auch meine (zu diesem Zeitpunkt noch nicht einmal geplanten) Kinder eines Tage in den Genuss kommen dürfen, diese Höfe zu bestaunen. Ich freu mich auf jeden Fall schon auf unseren nächsten Besuch auf den Vogsbauernhöfen 2016. 

Wanderurlaub im mystischen Schwarzwald - Tag 2 Erforschung der Klosterruinen im Tal Allerheiligen

Wer einmal in die Nähe des Tals von Allerheiligen kommt, sollte auf jeden Fall einen Abstecher zur dieser märchenhaften Ruine des gleichnamigen Klosters unternehmen. 


Das Kloster soll gegen Ende des 12. Jahrhunderts von der Herzogin Uta von Schauenburg gegründet worden sein. Der Sage nach habe sie einen Esel mit einem Sack Gold beladen lassen und ihn anschließend in die Lande geschickt. An dem Ort, an dem der Esel den Sack abwarf, wurde schließlich das Kloster errichtet. Obwohl ich beim besten Willen kein Fachmann für architektonische Bauten bin, reicht mein Wissen dennoch aus, um zu erkennen, dass das Gebäude im gotischen Stiel erbaut wurde, wie die angedeuteten Blumenmuster in einigen der Fensterbogen verraten.
Auch sonst hat die Anlage viel zu bieten. So gibt es auf dem Gelände auch eine Art Museum, in dem ein Modell des Klosters in seinem original Zustand ausgestellt ist zusammen mit umfangreichen historischen Daten rund um das Leben im Kloster. Außerdem gibt es ein uriges Souvenir Lädle, in dem man vor allem leckere Spezialitäten aus der Region bekommt. Wir haben uns erst einmal eingedeckt mit Honigschnaps und original Schwarzwälder Schinken.

Ungefähr 15 Minuten Fußmarsch von den Ruinen entfernt befinden sich die Wasserfälle Allerheiligen. Selbst bei Regenwetter war dies ein echtes Naturschauspiel. Ich war wie gebannt von dem leuchtenden Grün der wiedererwachenden Natur. Keines der unten gezeigten Bilder wurde farbtechnisch nachbearbeitet. Die Farben waren tatsächlich so intensiv. 









Und obwohl es um das Kloster herum noch so viel mehr zu entdecken gibt, hieß es für uns nach diesem erholsamen Spaziergang erst einmal "Auf wiedersehen, Allerheiligen" und bis zum nächsten mal, dann vielleicht bei Sonnenschein. Unser nächstes Ziel an Tag 2 brachte uns tiefer in den Schwarzwald: Das Freilichtmuseum Vogtsbauernhof in Gutach. 

Wanderurlaub im mystischen Schwarzwald - 1. Nacht im Eos in Allerheiligen

Als wir schließlich in Allerheiligen ankamen, war es bereits stockdunkel. Und obwohl wir mit einer Stunde Verspätung im Hotel eintrafen, wurden wir mit solch einer Selbstverständlichkeit empfangen, dass wir uns sofort willkommen fühlten. Das Gruppen- und Tageszentrum Eos befindet sich in den alten Räumen der ehemaligen Klosteranlage Allerheiligen. Von der Umgebung sahen wir jedoch in dieser Nacht kaum etwas. 

Das Gästehaus:
Unsere Zimmer lagen im Gästehaus Löwenherz. Das Gebäude war erst vor kurzem aufwendig restauriert worden und befindet sich in einem einwandfreien Zustand. Der Einrichtungsstiel erinnert mich stark an die alten Miss Marple Filme, auf eine positive Art. Die Räume wirken recht "antik", jedoch ohne altbacken zu erscheinen. Ich fühlte mich fast, als würde ich bei meiner Großmutter übernachten. Alles was fehlte war das obligatorische Glas warme Milch vor dem Schlafen gehen. In der Zusammenstellung der Möbelstücke erkennt man viel Liebe zum Detail. In unserem Doppelzimmer fehlte es uns an nichts. Sogar die Heizanlage war noch aufgedreht (denn in der Nacht war es anfangs Mai schon noch recht kalt). Die Zimmer sind mit einem eigenen Bad ausgestattet. Auch diese scheinen neu zu sein. Und auch hier reisst die Liebe zum Detail nicht ab. Zudem verwandeln die warmen Erdtöne der Fliesen und die barocken Verzierungen die Nasszelle in einen Mikro-Wellness Bereich. Saubere Handtücher waren ebenfalls vorhanden.


Zum Thema Sauberkeit kann ich nur sagen Hut ab. Unsere Räume waren anstandslos sauber. Ich bin (leider) sehr pingelig und empfindlich wenn es um Hygiene in Unterkünften geht. Dabei ist für mich sehr wichtig, dass das Bad und das Bettzeug sauber sind. Ich habe die dumme Angewohnheit, dass ich vor allem die Matratze, die Kissen und die Decke genauer unter die Lupe nehme. Mein Freund schimpft mich dafür immer aus ;). Ich weiss, dass es blöd ist, aber es ist wie ein Zwang. Zu meiner Begeisterung habe ich NICHTS gefunden, gar nichts. Das Bettzeug war blütenrein.

Nachdem ich über Nacht meine Kräfte in einem kuschligen, sauberen Bett revitalisiert hatte, freute ich mich am nächsten Morgen auf eine schöne Tasse Kaffee. Die Übernachtung im "fürstlichen" Doppelzimmer hat uns 37 Euro gekostet und für das Frühstück wurden nochmal 7 Euro berechnet.

Generell hatte ich keine all zu hohen Erwartungen an das Frühstück, das habe ich mir inzwischen abgewöhnt. Aber auch hier hat uns das Löwenherz überrascht. Als wir  in die Frühstücksräume kamen, wurden wir herzlich empfangen und zu unserer Verwunderung, in einen isolierten kleinen Raum geführt, in dem das Frühstück für uns bereits angerichtet war. Ich kam mir schon irgendwie besonders vor :D. Es gab alles, was man zu einem schönen Frühstück so essen wollen würde. Neben Brötchen, Wurst, Käse und einer Auswahl an Marmeladen wurden sogar Müsli, Obst und Joghurt angeboten. Der Kaffee hat natürlich auch nicht gefehlt. Gelegentlich schaute eine nette Dame vorbei, um sich zu versichern, dass alles recht war und sich sogar Zeit nahm für ein kleines Schwätzchen. Wir fühlten uns rundum wohl im Löwenherz, so wohl, dass wir am Liebsten noch eine Nacht geblieben wären, aber das war in unserer Planung leider nicht vorgesehen. In Anbetracht des guten Service, dem hohen Sauberkeitsstandard und dem kulturellen Angebot direkt vor der Tür ist der Preis mehr als fair. Ich bin mir ganz sicher, EOS, wir kommen wieder!

Wanderurlaub im mystischen Schwarzwald - Tag 1 Unterwegs auf dem Schnapsbrunnenweg Sasbachwalden

Der zweite Punkt auf unserer Planungsliste des 1. Tages war eine gediegene Wanderung auf dem Schnapsbrunnen Pfad. Bei unserer Ankunft hatte der Regen noch etwas angezogen und für einen kurzen Moment zweifelten wir, ob wir die Wanderung tatsächlich wagen sollten. Aber fest entschlossen und gut eingepackt machten wir uns auf. 


Im Nachhinein bin ich so froh, dass wir die Wanderung trotz des Regens gemacht haben. Die Landschaft war schlichtweg atemberaubend. Und nach den ersten drei, vier Schnapsbrunnen war uns das Wetter sowieso egal. Besonders meine Freunde, die erst seit ein paar Jahren in Deutschland wohnen und noch nie zuvor von einem Schnapsbrunnen gehört, geschweige denn einen gesehen hatten, waren schwer von diesem Brauch beeindruckt. Dabei stellen verschiedene Schnapsbrenner in einem Brunnen vor ihrem Haus Flaschen mit selbst gebranntem Schnaps bereit. Für eine kleine Spende von i.d.R. 50 Cent bis 1 Euro pro Glas, die in eine  bereitgestellte Kasse entrichtet wird, kann man sich dann auf seiner Wanderung ein paar Kurze gönnen. Der Schnaps wärmt von innen und außerdem kommt einem die Strecke nicht mehr so lange vor, da man quasi immer von einem Schnapsbrunnen zum nächsten pilgert. nach 90 Minuten wandern waren wir jeder ungefähr 5 Euro leichter und um einiges lustiger. Eine Wanderung auf einem der unzähligen Schnapsbrunnen Pfade der Region kann ich nur empfehlen. Es ist auf jeden Fall ein Erfahrung. 

Trotz des augenscheinlich schlechten Wetters war es ein wunderschöner Tag. Nach einer Weile hatten wir uns an den Regen gewöhnt. Das beweist mal wieder: Es gibt wirklich kein schlechtes Wetter, sondern allenfalls schlechte Kleidung. Dennoch kann ich nicht leugnen, dass uns das nass/kühle Wetter am Ende doch in den Knochen steckte, sodass wir uns nach nichts mehr sehnten, als nach einer warmen Dusche und einem gemütlichen Bett. Also machten wir uns auf zu unserem nächstes und letztes Ziel für diesen Tag: Die Klosterruine im Tal von Allerheiligen, ungefähr zwei Stunden von Hohenzollern entfernt. Hier hatten wir eine Übernachtung im Eos Gruppenzentrum gebucht. 

Montag, 24. August 2015

Wanderurlaub im mystischen Schwarzwald - Tag 1 Burg Hohenzollern


Tag 1: Burg Hohenzollern
Das erste Ziel auf unserer Strecke Richtung Schwarzwald war die Burg Hohenzollern bei BisingenDie Burg, die ihren Namen von dem Berg erhielt, auf dem sie erbaut wurde, befindet sich in 855 Metern Höhe und eröffnet dem Besucher einen atemberaubenden Blick über die Ausläufer der Schwäbischen Alb. Die Geschichte dieser Burg reicht vermutlich bis in 11. Jahrhundert zurück. Im 15. Jahrhundert wurde sie durch die schwäbischen Reichsstädte erobert und vollständig zerstört bevor sie dann 20 Jahre später wieder aufgebaut wurde. Im Zuge des 30 jährigen Krieges wurde die zweite Burg dann erneut zerstört. Die heutige Burg Hohenzollern wurde erst um 1800 durch den König Friedrich Wilhelm IV errichtet. So betrachtet handelt es sich also um ein relativ junges Bauwerk, was auch den guten Zustand der Anlage erklärt. 

Parken und Preise: Wir parkten auf einem Parkplatz, der zwar nicht auf dem offiziellen Plan der Burg eingezeichnet ist, dennoch scheint er zur Anlage zu gehörten. Die Parkgebühr betrug 2 Euro für den ganzen Tag für PKW´s. Vom Parkplatz aus ist es ein ca. 30-minütiger Aufstieg zur Burg bei gemütlichem Tempo. Auf dem Weg nach oben hat man für ein paar Cents die Möglichkeit eine  öffentliche Toilette zu benutzen, die von einer netten Dame überwacht und regelmäßig gereinigt wird. Zudem befindet sich dort ein kleiner Souvenir shop. In regelmäßigen Abständen sind auf der Aufstiegsstrecke Haltepunkten eines Pendelbusses angelegt, für den Fall, dass einen die Kräfte verlassen. Wir entschieden uns trotz des schlechten Wetters für´s Wandern. Obwohl es den ganzen Tag regnete, war der Aufstieg durch den Wald recht angenehm. Die Strecke ist gut gekennzeichnet und der Weg geteert. Das letzte drittel der Strecke führt über eine Staffel zur Burg. Hier kommt man zwar u.U. richtig ins Schwitzen, aber die Aussicht von der Burg aus entschädigt für die körperliche Anstrengung. 


An der Burg angekommen, hat man die Wahl zwischen prinzipiell zwei Preispakete: Kategorie I kostet pro Erwachsenen 7 Euro und erlaubt die Besichtigung der Burganlage ohne die Schlossräume. In dieser Kategorie werden keine Ermäßigungen angeboten. Kategorie II beinhaltet zusätzlich auch die Besichtigung der Schlossräume. Pro Erwachsenen werden hier 12 Euro Eintritt verlangt. Zudem gibt es in dieser Kategorie auch Ermäßigungen für Schüler, Rentner und Studenten, sowie eine Familienkarte und weitere Angebote, die auf der Homepage der Burg eingesehen werden können: http://www.burg-hohenzollern.com

Zuerst waren wir nicht sicher, für welche Kategorie wir uns entscheiden sollten. Wenn man nicht weiß, was einen erwartet, sind 12 Euro pro Person schon ein Wort. Meine Erfahrungen mit Schlossbesichtigungen waren bisher eher bescheiden, um es mal kulant auszudrücken, denn oft zahlt man viel und bekommt nix dafür. Wir haben uns dann doch für Kategorie II entschieden und ich muss ehrlich sagen: Jeder Euro hat sich gelohnt! 

Auf der Burg: Ich habe schon zahlreiche Burgen und Schlösser in unserer Region besichtigt, aber kaum eines hat mich so beeindruckt wie Hohenzollern. Die Anlage ist sehr gepflegt ohne "übermodernisiert" zu sein. Während man die sich windende Hauptstraße zur Burg hinaufsteigt, fühlt man sich zurückversetzt in eine längst vergangene Zeit. Vor meinem geistigen Auge konnte ich das höfische Treiben regelrecht sehen, wie es sich damals innerhalb dieser Festung abgespielt haben musste. Ich war in der Tat so gebannt, dass ich völlig vergas zu fotografieren und mich stattdessen ganz in der Magie des Moments verlor. Daher sieht es in diesem Bericht mit Bildern leider mau aus. Auch die zur Besichtigung geöffneten Räume  sind sehr überzeugend  im antik-königlichen Stil eingerichtet, den man auf einer Burg erwarten würde. Portraits der Adelsfamilie prangen an den aufwendig verzierten und getäfelten Wänden. Die beeindruckendste Wandgestaltung jedoch ist der Stammbaum der königlichen Familie, der sich über die komplette Wand der nach dem Gemälde benannten Stammbaumhalle erstreckt. Aus sehr interessant ist die Ausstellung im unteren Bereich der Burg, wo man alte Ritterrüstungen, Kleidungsstücke und sonstige Gegenstände aus dem Besitz der königlichen Familie beäugen kann.

Mein Fazit: Die Burg Hohenzollern ist ein Erlebnis für die ganze Familie und bei jedem Wetter ein faszinierendes Ausflugsziel. Für den Eintrittspreis von 12 Euro bekommt man einiges Geboten. Dennoch finde ich das etwas viel. Auch die Familienkarte ist mit 28 Euro für zwei Erwachsene und bis zu vier Kindern jetzt nicht unbedingt das Lockangebot. Ich bin was Familienangebote angeht aber auch etwas vorbelastet, da ich aus einer 8-köpfigen Großfamilie komme und mit der Problematik solcher vordefinierten Familienpauschalen bestens vertraut bin. 

Nach vier-stündigem Aufenthalt im Märchenland Hohenzollern und einer kurzen Stärkung mit belegten Broten und Tee im trockenen Auto machten wir uns schließlich auf zu unserem nächsten Tagesziel - dem Schnapsbrunnenweg in Sasbachwalden.

Warum in die Ferne schweifen, wenn das Gute liegt so nah...

Das haben wir uns dieses Jahr gedacht,  und beschlossen unser eigenes Land besser kennen zu lernen. Tatsächlich gibt es viele schöne Ecken in Deutschland, die wir noch nie gesehen haben. Dazu gehören unter Anderem das deutsche Venedig-der Spreewald, das Wattmeer, oder die geschichtsgewaltigen Überreste der Berliner Mauer. Aber alles zu seiner Zeit. Als aller erstes wollten wir wortwörtlich "die Welt vor der eigenen Haustür" erforschen: Den sagenumworbenen Schwarzwald. Wenn man wie wir in einem ländlichen Kleinod wie dem Murgtal am Fuße des Nordschwarzwalds aufgewachsen ist, und man quasi dort lebt, wo andere ihren Sommerurlaub verbringen, neigt man leicht dazu, das Idyll, das einen umgibt zu übersehen. Dies wurde mir besonders schmerzlich bewusst als wir vor zwei Jahren nach Stuttgart City gezogen sind. Am 1. Mai Wochenende 2015 unternahmen wir zusammen mit Freunden eine drei-tägige Wandertour durch den Schwarzwald, um ihnen zu zeigen, wo wir aufgewachsen sind und um die Orte unserer Kindheit wieder zu sehen.


Sonntag, 23. August 2015

Was? Ohne Wasser, ohne Strom?! Ja, das geht und das macht auch noch irre spaß!

Zumindest theoretisch. Denn auf unserem neuen Gartengrundstück haben wir kein fließend Wasser und sind auch nicht mit dem lokalen Stromnetz verbunden. Für machen Leute ein Alptraum, für mich der Innbegriff von Natur und Abenteuer. Deshalb zelte ich auch für mein Leben gerne. Dabei wird mir immer wieder bewusst, wie weit wir uns in unserem Alltag von der Natur und somit vom eigentlichen Leben entfernt haben. Wir glauben, einen gewissen Standard zu brauchen, um ein angenehmes Leben führen zu können. In Wahrheit aber sind wir  Knechten des "Haben-Wollens", Opfer des Kommerz. Dabei verschwenden wir Ressourcen, verdrängen die Natur und viele interessiert es nicht. Wenn ich draußen bin im Wald und in den Bergen, dann merke ich, dass der Mensch eigentlich gar nicht so viel braucht, weder zum Leben, noch zum glücklich sein. Ich persönlich fühle mich dort draußen spirituell viel besser, zufriedener, erfüllter, und bin jedes Mal traurig, wenn ich weiss ich muss zurück in die Stadt, in den Kampf um Macht, Karriere, und Geld, wo der Schein mehr Wert ist als das Sein. 

Dieses Grundstück ist mein Tempel, mein Notausgang aus dem Alltag, mein "Save Haven". Von Anfang an War klar, dass wir hier keine großartige Kultivierung unternehmen würden. Vielleicht ein paar Bäume, eventuell ein kleines Beet oder Kräuter, aber kein organisiertes Gärtnern. Mir geht es eher um das Sein in und mit der Natur. Das bedeutet auch, dass wir  keine Pestizide spritzen und auch keine Tierfallen aufstellen. Anders als der Mensch, weiß die Natur sich nämlich selbst zu regeln, wenn man sie nur lässt. 


Aber machen wir uns nichts vor, auch ein kleines Beet muss gegossen werden, besonders wenn der Sommer so heiß ist wie in diesem Jahr. Unsere erste große Investition war daher ein 200l Wassertank, um das Regenwasser aufzufangen. Mir ist natürlich auch klar, dass der Tank nur voll wird, wenn es auch regnet, was bisher eher wenig der Fall war. Zu unserem Glück befindet sich aber ein öffentlicher Brunnen in der Nähe des Grundstücks, sodass wir die Möglichkeit haben, den Tank pö a pö zu füllen. Unser Trinkwasser nehmen wir von Zuhause mit in dem Kanister, den wir auch immer beim Campen dabei haben. 

Auch Strom werden wir so wie es scheint bald auf dem Grundstück haben, obwohl ich von der Idee überhaupt nicht begeistert bin. Aber der Mann will es so. In einer Beziehung muss man eben immer Kompromisse eingehen. Also hat Robert zwei Solar-Panels gekauft, die er auf dem Hüttendach  montieren möchte. Bisher ist das letze Wort jedoch noch nicht gesprochen ;). Es stellt sich nämlich die Frage, ob die Hütte überhaupt genug Sonne abbekommt, um nutzbare Energie zu produzieren. Man darf gespannt sein.

oOBubblezOo

Freitag, 21. August 2015

Ein Hauch von Hüttenromantik...

Stell dir vor: 
Es ist ein trüber Herbsttag. Du sitzt mit einer heißen Tasse Tee in einem Korbsessel, eingekuschelt in eine Decke. Im Ofen knistert das Feuer während im Topf die Suppe langsam vor sich hin  köchelt. Auf dem Tisch ist ein Brettspiel aufgebaut und um es herum sitzen deine Lieben. Jetzt fängt es auch noch an zu regnen, aber es kümmert dich nicht. Du gehst völlig auf in diesem Moment der Unbeschwertheit, der Stille und Harmonie...

Wirklich Traumhaft! Bis dahin ist es allerdings noch ein ganzes Stückchen Arbeit. Die aktuelle Realität sieht nämlich wenig einladend aus: 
Dabei muss ich zugeben, auf dem Bild sieht es gar nicht so schlecht aus, aber das täuscht. Die letzten Jahre war die Hütte "Hotel Rodentia". Der Dachstuhl ist derzeit noch die reinste Kloake. Das Bild ist das Ergebnis von 4 Stunden Arbeit. Ausgerüstet mit reichlich Wasser, Klorix, und Mundschutz, hatten wir einen Tag lang versucht, den Innenbereich zu reinigen und kamen schließlich zu der Entscheidung, die Innenverkleidung komplett zu erneuern und auch die alten Möbeln zu verbannen. Ich hab noch nie so viel Mäuse Reis auf einem Haufen gesehen. Die Hütte wurde in den 60er Jahren von einem Architekt entworfen und fachmännisch gezimmert. Sie steht auf einem soliden Steinfundament, ist genehmigt und eingetragen.

Von außen ist sie noch in einem annehmbaren Zustand. Es lohn sich also allemal die Hütte zu erhalten, zumal das hier im Süden nicht problemlos funktioniert, eine alte Hütte abzureißen und einfach eine neue zu bauen, selbst, wenn sie die gleichen Maße hat, wie die alte. Von daher ist es immer ratsam, sich zuerst bei der zuständigen Gemeinde zu informieren, bevor man eine in die Jahre gekommene Laube abreißt. Inzwischen muss ich sagen, war es das Beste, die Innenverkleidung abzubauen. Dabei haben wir nicht nur die Mäusenester in der Zwischenwand gefunden, sondern auch ein Wespennest und drei faulige Balken, die unbedingt ausgetauscht werden müssen. Im Moment recherchieren wir noch, wie wir die Hütte in Zukunft vor allem im Winter gegen die putzigen Nager absichern können. Ich hab nix gegen Wühlmäuse, Siebenschläfer etc. und draußen könne sie wüten wie sie wollen, aber in der Hütte brauch ich sie nicht unbedingt. Mal sehen, was uns so einfällt.

oOBubblezOo

Träume vom Land...

Schon seit einiger Zeit spukte mir diese Idee im Kopf herum: Ein eigenes Freizeitgrundstück, nicht in einem Gartenverein, sondern wirklich im Grünen. Ich selbst bin auf einem solchen Grundstück aufgewachsen und einige meiner schönsten Kindheitserinnerungen sind mit diesem Fleck verbunden. Seit wir in Stuttgart wohnen und es klar ist, dass sich an dieser Situation die nächsten Jahre nicht viel ändern wird, ist die Sehnsucht nach frischer Landluft groß. An dem alten Sprichwort: "Einmal Landei, immer Landei" scheint wohl wirklich was dran zu sein. 


Mai diesen Jahres begannen wir erste Anzeigen zu studieren, noch ohne irgendwelche Pläne, tatsächlich ein Grundstück zu erwerben. Es war nur Tagträumerei, ein schöner Zeitvertreib an faulen Sonntagen. Und dann dachten wir, man könnte sich so ein Grundstück doch auch mal in vivo ansehen. Gesagt, getan. Einerseits bestärkten uns die Besichtigungen in unserem Vorhaben, aber gleichzeitig waren sie auch sehr ernüchternd. Die Suche nach einem perfekten Plätzchen in unserer Nähe gestaltete sich äußerst schwierig, oder zumindest nicht ganz so einfach, wie anfangs gedacht. Dabei gab es "nur" drei wichtige Kriterien, die unser Traum-Grundstück erfüllen mussten: Es sollte nicht mehr als 20 Min. mit dem Auto von unserem Wohnbezirk entfernt liegen; Eine Hütte sollte vorhanden sein oder gebaut werden dürfen und des durfte auf gar keinen Fall in einer Kleingarten-Kolonie sein. Nachdem wir fast drei Monate erfolglos gesucht hatten, hatten wir uns dazu entschieden, die Akte "Grundstück" erst einmal zur Seite zu legen. 

Trotzdem konnte ich es nicht lassen, ab und zu die neuen Anzeigen auf den einschlägigen Online-Plattformen durchzustöbern. Dabei stieß ich auf die Anzeige über ein Hang-Grundstück im Grünen, mit eingetragener Hütte, geteerter Zufahrtsstraße, einem eigenen Stück Wald, 15 Min. entfernt von unserer Wohnung. Schon als ich den Text las, war ich Feuer und Flamme. Das einzige Problem: Mein Herr Gemahl. Das Wort "Hang" machte das Grundstück für ihn so uninteressant, dass ich die nächsten Tage zu kämpfen hatte ihn dazu zu überreden, es sich doch wenigstens mal anzuschauen. Auf dem Hinweg hatte er mich noch gefragt, ob wir ein geheimes Zeichen vereinbaren sollen, um uns zu signalisieren, wenn uns ein Grundstück gefällt oder nicht. Darauf hab ich nur gemeint, dass das nicht nötig sei, denn wenn wir das Richtige gefunden haben, dann wissen wir es. Tatsächlich war es genau so. In dem Moment, wo wir das Grundstück betraten haben wir uns verliebt, wir sahen uns an und wussten: Das ist es.


Direkt nach der Besichtigung haben wir den Kaufvertrag unterschrieben. Dabei haben wir erfahren, dass es bereits mehrere Interessenten gegeben hatte, diese allerdings immer wieder kurz vor Kaufabwicklung abgesprungen waren. Es war fast wie Schicksal, als wäre das Grundstück von Anfang an für uns bestimmt gewesen. Seit zwei Wochen sind wir jetzt stolze Grundstücksbesitzer. In dieser kurzen Zeit haben wir schon sehr viel geschafft, und  es gibt immer noch viel zu tun. Besonders die gestaltet sich als eine echte Herausforderung, weil sie letzten Jahre das Winterdomizil von Mäusen und Siebenschläfern war. Dennoch haben wir haben unsere Entscheidung noch kein einziges Mal bereut. In den nächsten Monaten werde ich unsere Fortschritte auf diesem Blog festhalten, um sie mit meinen Lieben zu teilen, und allen, die sich sonst dafür interessieren. 

oOBubblezOo