Dienstag, 25. August 2015

Wanderurlaub im mystischen Schwarzwald - Tag 3 Wanderung zum Schluchsee



Zum Abschluss unseres Wanderurlaubs wollten wir noch eine richtige Wanderung unternehmen, und zwar zum Schluchsee. Das Auto stellten wir auf einem Parkplatz in unmittelbarer Nähe zum Gasthof Hirschen in Fischbach ab. Pünktlich zu unserer Ankunft fing es natürlich wieder an zu regnen. Nein, es goss!! Der Regen peitschte derart heftig auf uns herab, dass selbst die Schirme eigentlich nichts mehr nützten. Die ausgeschilderte Wanderroute führte uns quer durch Wald und Flur und fasziniert mit einem weiten Blick in das malerische Fischbach Tal.

Die Landschaft war das reinste Paradies. Überall sprießte junges Grün hervor und man konnte förmlich riechen wie die Natur allmählich aus dem Winterschlaf erwachte. In den Geruch von nasser Erde mischte sich ein Duft von Tannennadeln, Harz und wildem Schnittlauch. Es war herrlich.


Immer wieder kamen wir vorbei an frisch geborenen Waldblumen und kleinen Rinnsale, die der Regen der letzten Tage hatte entstehen lassen, und die nun sanft glucksend die Waldhänge entlang sprudelten. Und während ich mich so umsah und die Eindrücke um mich herum in mich aufnahm, dachte ich nur, was für ein magischer Ort der Wald doch ist. Es verwundert mich nicht, dass er die Geburtsstätte und Schauplatz unzähliger Märchen und Mythen ist.


Als wir eine Stunde später am See ankamen, setzte der Regen schließlich aus und ab und zu blinzelte tatsächlich die Sonne hinter der dunklen Wolkendecke hervor. Vor uns ereignete sich wahrhaftig ein Naturschauspiel, als dicke Nebelschwarten aus dem Wald heraufstiegen.


Als wir noch Kinder waren hatte meine Mutter uns erzählt, dieser Nebel sei in Wahrheit der Rauch von Hexenkesseln, die die Hexen bei schlechtem Wetter anfeuern um sich zu wärmen. Diese Vorstellung machte mir allerdings keine Angst; ganz im Gegenteil, es faszinierte mich. Alles was ich dacht war "Wow, gibt es bei uns viele Hexen". Nachdem wir die Aussicht noch für eine Weile genossen hatten, machten wir uns auch schon auf den Rückweg. Am Parkplatz entschieden wir kurzerhand im Gasthof Hirschen einzukehren und so den kurzen aber intensiven Wanderurlaub im magischen Schwarzwald ausklingen zu lassen. 

Wanderurlaub im mystischen Schwarzwald - 2. Nacht im Entenhäusle beim Griesget-Hof

Dieses Juwel  befindet sich im Schwarzwald zwischen Triberg, St. Georgen und Furtwangen und gehört zum Griesget-Hof. An diesem Ort hat man wahrlich das Gefühl, der letzte Mensch auf Erden zu sein. Laut Beschreibung der Betreiber, befindet sich der nächste Nachbar in 500 Meter Entfernung.  Und genau den Eindruck hatten wir auch, als wir in der Dämmerung das wolkenverhangene Tal hinabfuhren. Direkt vor dem Haus befinden sich ein kleiner See, eine Grillstelle, sowie eine großzügige Wiese, die regelrecht zum Picknick animiert. Vor allem im Sommer lässt es sich hier bestimmt toll aushalten. Aber wie die Bilder auf der Website des Hofes zeigen, hat dieses schöne Fleckchen Erde zu jeder Jahreszeit seine Reize.

Wir hatten die untere Wohnung des Hauses gemietet. Die Einrichtung ist schlicht, aber komfortabel. Das Haus verfügt über eine großzügige Küche mit einem riesigen Tisch.  Selbst ein Fernsehgerät und ein Radio sind vorhanden. Die Einrichtung ist teilweise etwas älter aber gut gepflegt. In einer kleinen Kammer neben der Küche haben wir sogar ein Uno-Spiel gefunden. Damit war die Abendgestaltung auch geklärt. Ich hab übrigens verloren. Auch die Schlafräume und sanitären Anlagen waren bei Ankunft sauber und in gepflegtem Zustand. Nachdem die Zimmerverteilung ausgemacht war, machten wir sogleich Gebrauch von der Grillstelle und den Sitzbänken vor dem Haus. Jetzt konnte uns auch der erneut einsetzende Regen nicht nach drinnen bewegen - wir blieben stur sitzen bei Wurst und Bier, und taten so, als ob es schon Sommer wäre. 

Am nächsten Tag haben wir uns vom Vermieter sagen lassen, dass wir wahres Glück hatten, so kurzfristig im Entenhäusle unterzukommen, da sie normalerweise schon ein ganzes Jahr im Voraus ausgebucht sind. Unser einziges Glück war, dass ein Stammgast, der sich hier jedes Jahr um die gleiche Zeit einmietet, abgesprungen war. Das heißt, wer sich einen Aufenthalt im Entenhäusle vorstellen kann, sollte sicherheitshalber schon frühzeitig bei den Betreibern anfragen. Ich weiß nicht mehr genau, was wir bezahlt haben. Wir hatten das alles schon ein paar Wochen im Voraus per Telefon  abgeklärt. Aber ich erinnere mich, dass der Preis für vier Personen okay war. Auskünfte über Preise und Angebote sind am Besten per direkte Anfrage beim Griesget-Hof zu erhalten: http://www.griesget-hof.de

Am nächsten Morgen verließen wir dieses Idyll mit einem lachenden und einem weinenden Auge. Weinend, weil wir gerne länger geblieben wären und wussten, dass unser abenteuerliches Wochenende im Schwarzwald sich mit großen Schritten dem Ende näherte. Mit einem lachenden, weil wir uns fest vorgenommen haben irgendwann zurückzukehren zum Entenhäusle, und dann hoffentlich für länger. Bis dahin, danke Griesget-Hof, für die schöne Zeit.

Wanderurlaub im mystischen Schwarzwald - Tag 2 Stopp an den Triberger Wasserfällen

Die Triberger Wasserfälle sind mit einer Fallhöhe von 163 Metern die höchsten Wasserfälle Deutschlands und inzwischen ein wahrer Touristenmagnet. Eingefasst von eiszeitlichem Gestein, ergießen sich die  Wasserfälle  durch eine malerische Waldlandschaft. Ich war ganz aufgeregt, meinen Freunden dieses Wahrzeichen des Schwarzwaldes zu zeigen. Diese Vorfreude hielt jedoch nicht lange an. Kurz vor den Wasserfällen tauchte am Horizont ein kleiner Holzverschlag auf, der sich als Kassenhäuschen entpuppte - 4 Euro Eintritt sollte die Besichtigung kosten. Ich habe nicht schlecht gestaunt, als ich das gehört habe. In meiner Kindheit war ich unzählige Male hier gewesen, aber dass wir jemals hätten Eintritt bezahlen müssen, daran konnte ich mich nicht erinnern. Als ich den Menschen im Kassenhaus darauf ansprach, seit wann das denn so sei und wofür das Geld verwendet würde, war dieser nur wenig erfreut über diese Fragen und reagierte äußerst unfreundlich. Der einzige Grund, warum wir dennoch zu den Wasserfällen gegangen sind war, dass einige von uns bereits bezahlt hatten.


Entlang des Wasserfalls wurden einige Plattformen angelegt, von denen man bessere Sicht auf das Naturspektakel hat. Leider waren diese trotz des nassen Wochenendes übervoll mit Besuchern und einige Flächen waren komplett gesperrt. Nach ungefähr 30 Minuten hatten wir dann auch schon alles gesehen und gingen zurück zum Auto. Just als wir an dem Kassenhaus vorbei kamen, sahen wir wie der kompetente Kassenwart seine Hütte verriegelte und die nachströmenden Besucher nun kostenlosen Zugang zu dem Gelände hatten. Als ich das sah kam ich mir ziemlich verarscht vor und zuhause hatte ich noch lange das Bedürfnis einen Beschwerdebrief zu schreiben. Aber an wen denn? Hätte wahrscheinlich sowieso keinen interessiert. 

Mein Fazit: Die Triberger Wasserfälle sind nach wie vor schön und die 4 Euro Eintrittspreis ändern auch daran nichts, aber ich hätte gerne vor Ort eine kompetente und vor allem höfliche Antwort zur Rechtfertigung eines Preisgeldes erhalten. Als Besucher finde ich ist es mein gutes Recht eine solche Auskunft zu bekommen. Es düngt mir nämlich,  man hat in dem wachsenden  touristische Interesse an dem Naturwunder eine weitere Möglichkeit erkannt, um ordentlich Kasse zu machen. Ich für meinen Teil habe nicht das Bedürfnis so baldig noch einmal an die Wasserfälle zurückzukehren. 

Wanderurlaub im mystischen Schwarzwald - Tag 2 Kühe streicheln auf dem Vogtsbauernhof in Gutach

Nachdem wir das Kloster Allerheiligen hinter uns gelassen hatten und aus dem Tal raus waren, grüßte uns die Sonne und es versprach zumindest ein trockenerer Tag zu werden. Das hatten wir auch schwer gehofft. Unser Hauptziel für heute war nämlich das Freilichtmuseum rund um den historischen Vogtsbauernhof in Gutach. Auf diesen Ausflug hatte ich mich am Meisten gefreut. In meiner Kindheit waren wir oft hier gewesen. Pro erwachsenen haben wir 9 Euro Eintritt bezahlt, als Student bekommt man 1 Euro Ermäßigung. Dabei gibt es weitere Preisangebote für Reisegruppen, sowie drei verschiedene Familienangebote, die auch Großfamilien berücksichtigen. Dafür gibt es von mir auf jeden Fall schon mal einen dicken Bonuspunkt.


Der Vogtsbauernhof bildet das Herzstück des Freilichtmuseums. Dieser Hof wurde im Jahre 1964 durch "Museumsgründer Prof. Hermann Schilli zum "kreiseigenen Denkmalshof" umgebaut"(siehe http://www.vogtsbauernhof.de). Im Laufe der darauffolgenden 40 Jahre wurden weitere historische Höfe aus der Schwarzwälder Region auf das Areal um den Vogtsbauernhof umgesetzt. Daten und Fotos, die diesen höchst aufwendigen und interessanten Prozess der Umsiedelung dokumentieren, sind ebenfalls in dem Freilichtmuseum ausgestellt. Dabei fügen sich die Höfe so perfekt in das ländliche Gesamtbild ein, dass der Eindruck entsteht, das Dorf wäre schon immer hier gewesen. 














Mich interessiert vor allem das Innere der Gehöfte. Dabei bin ich immer wieder beeindruckt von der Einfachheit der Einrichtung. Was wir heute als mangelnden Komfort bezeichnen würden, war damals der allgemeine Standard. Träumerisch wie ich bin, neige ich dazu sehr idealistisch zu denken. Das heißt, wenn ich eine solche Stube betrete, dann sehe ich nicht die Primitivität und Entbehrung, sonder die Familie, wie sie am Ende eines harten Arbeitstages am Tisch sitzt, auf dem bereits das selbst gebackene Brot und Großvaters Selbstgebrannter stehen, während Muttern den warmen Eintopf schöpft. Der Kachelofen verbreitet eine wohlige Wärme und bringt die Eisblumen, die sich von außen an den hauchdünnen Fensterscheiben gebildet haben, allmählich zum schmelzen.

Ich weiß natürlich, dass das Leben damals hart war und dass die Menschen damals auch Sorgen hatten, dass die Kindersterblichkeit viel höher war als heute und dass die Leute bereits mit 40 völlig abgearbeitet waren. Und dennoch strahlt dieses Leben im Einklang mit der Natur und den Jahreszeiten einen  unbeschreiblichen Frieden aus. Aber so faszinierend wie diese vermeintliche Reise in ein vergangenes Leben scheint, hat sie doch auch etwas melancholisches. Die selben Räumen, die heute von Besucherströmen als Attraktion besichtigt werden, waren zum Teil noch vor 50 Jahren bewohnt von Menschen, die dort gelebt, geliebt und gearbeitet haben. Es macht einem schmerzlich bewusst, wie schnell sich die Welt verändert und wie vergleichbar kurz die menschliche Existenz doch ist. Bei manchem Besucher wecken die Höfe gar Erinnerungen an die eigene Kindheit.
Im Laufe der letzten 20 Jahre wurde das Angebot in dem Museums-Dorf stark ausgebaut. In den Werkstätten kann man Männer und Frauen bei traditionellen Arbeiten beobachten und nach kurzer Anweisung sogar selbst das eine oder andere Stück anfertigen. Zu einem Unkostenpreis von 2 Euro kann man am original Holzofenhaus ein frisch gebackenes Bauernbrot erwerben. Da muss man allerdings schnell sein - die gehen sprichwörtlich weg wie die warmen Semmel. In den Gebäuden selbst sind heute viele kleinere Ausstellungen Eingerichtet, teilweise sehr interaktiv, um die kleinen Besucher mehr einzubinden. Auch gibt es heute den Sommer über echte Nutztiere auf dem Gelände zum bestaunen und auch zum berühren. Während die Ziegen und Schweine lieber unter sich sind, sind vor allem das Pferd und die Kühe sehr zutraulich. Da kann es auch mal vorkommen, dass einem völlig unerwartet eine Kuhzunge durchs Gesicht fährt. Meine Schwester musste diese... schleimige Erfahrung schon machen - zu unserer Unterhaltung und zu ihrem Leid. Zudem gibt es einen Abenteuerspielplatz auf dem Gelände, neben dem sich ein kleiner Imbissstand mit breitem Angebot und einer großzügigen Picknickanlage mit Bänken und Tischen, an denen es sich super pausieren lässt. Dank zahlreicher Souvenier-Stände kommen auch Souvenier-Fans auf ihre Kosten. 













Für mich ist ein Tag auf den Vogtsbauernhöfen auch nach all diesen Jahren noch ein Erlebnis, das zweifellos einen nachhaltigen Eindruck hinterlässt. Ich hoffe, dass auch meine (zu diesem Zeitpunkt noch nicht einmal geplanten) Kinder eines Tage in den Genuss kommen dürfen, diese Höfe zu bestaunen. Ich freu mich auf jeden Fall schon auf unseren nächsten Besuch auf den Vogsbauernhöfen 2016. 

Wanderurlaub im mystischen Schwarzwald - Tag 2 Erforschung der Klosterruinen im Tal Allerheiligen

Wer einmal in die Nähe des Tals von Allerheiligen kommt, sollte auf jeden Fall einen Abstecher zur dieser märchenhaften Ruine des gleichnamigen Klosters unternehmen. 


Das Kloster soll gegen Ende des 12. Jahrhunderts von der Herzogin Uta von Schauenburg gegründet worden sein. Der Sage nach habe sie einen Esel mit einem Sack Gold beladen lassen und ihn anschließend in die Lande geschickt. An dem Ort, an dem der Esel den Sack abwarf, wurde schließlich das Kloster errichtet. Obwohl ich beim besten Willen kein Fachmann für architektonische Bauten bin, reicht mein Wissen dennoch aus, um zu erkennen, dass das Gebäude im gotischen Stiel erbaut wurde, wie die angedeuteten Blumenmuster in einigen der Fensterbogen verraten.
Auch sonst hat die Anlage viel zu bieten. So gibt es auf dem Gelände auch eine Art Museum, in dem ein Modell des Klosters in seinem original Zustand ausgestellt ist zusammen mit umfangreichen historischen Daten rund um das Leben im Kloster. Außerdem gibt es ein uriges Souvenir Lädle, in dem man vor allem leckere Spezialitäten aus der Region bekommt. Wir haben uns erst einmal eingedeckt mit Honigschnaps und original Schwarzwälder Schinken.

Ungefähr 15 Minuten Fußmarsch von den Ruinen entfernt befinden sich die Wasserfälle Allerheiligen. Selbst bei Regenwetter war dies ein echtes Naturschauspiel. Ich war wie gebannt von dem leuchtenden Grün der wiedererwachenden Natur. Keines der unten gezeigten Bilder wurde farbtechnisch nachbearbeitet. Die Farben waren tatsächlich so intensiv. 









Und obwohl es um das Kloster herum noch so viel mehr zu entdecken gibt, hieß es für uns nach diesem erholsamen Spaziergang erst einmal "Auf wiedersehen, Allerheiligen" und bis zum nächsten mal, dann vielleicht bei Sonnenschein. Unser nächstes Ziel an Tag 2 brachte uns tiefer in den Schwarzwald: Das Freilichtmuseum Vogtsbauernhof in Gutach. 

Wanderurlaub im mystischen Schwarzwald - 1. Nacht im Eos in Allerheiligen

Als wir schließlich in Allerheiligen ankamen, war es bereits stockdunkel. Und obwohl wir mit einer Stunde Verspätung im Hotel eintrafen, wurden wir mit solch einer Selbstverständlichkeit empfangen, dass wir uns sofort willkommen fühlten. Das Gruppen- und Tageszentrum Eos befindet sich in den alten Räumen der ehemaligen Klosteranlage Allerheiligen. Von der Umgebung sahen wir jedoch in dieser Nacht kaum etwas. 

Das Gästehaus:
Unsere Zimmer lagen im Gästehaus Löwenherz. Das Gebäude war erst vor kurzem aufwendig restauriert worden und befindet sich in einem einwandfreien Zustand. Der Einrichtungsstiel erinnert mich stark an die alten Miss Marple Filme, auf eine positive Art. Die Räume wirken recht "antik", jedoch ohne altbacken zu erscheinen. Ich fühlte mich fast, als würde ich bei meiner Großmutter übernachten. Alles was fehlte war das obligatorische Glas warme Milch vor dem Schlafen gehen. In der Zusammenstellung der Möbelstücke erkennt man viel Liebe zum Detail. In unserem Doppelzimmer fehlte es uns an nichts. Sogar die Heizanlage war noch aufgedreht (denn in der Nacht war es anfangs Mai schon noch recht kalt). Die Zimmer sind mit einem eigenen Bad ausgestattet. Auch diese scheinen neu zu sein. Und auch hier reisst die Liebe zum Detail nicht ab. Zudem verwandeln die warmen Erdtöne der Fliesen und die barocken Verzierungen die Nasszelle in einen Mikro-Wellness Bereich. Saubere Handtücher waren ebenfalls vorhanden.


Zum Thema Sauberkeit kann ich nur sagen Hut ab. Unsere Räume waren anstandslos sauber. Ich bin (leider) sehr pingelig und empfindlich wenn es um Hygiene in Unterkünften geht. Dabei ist für mich sehr wichtig, dass das Bad und das Bettzeug sauber sind. Ich habe die dumme Angewohnheit, dass ich vor allem die Matratze, die Kissen und die Decke genauer unter die Lupe nehme. Mein Freund schimpft mich dafür immer aus ;). Ich weiss, dass es blöd ist, aber es ist wie ein Zwang. Zu meiner Begeisterung habe ich NICHTS gefunden, gar nichts. Das Bettzeug war blütenrein.

Nachdem ich über Nacht meine Kräfte in einem kuschligen, sauberen Bett revitalisiert hatte, freute ich mich am nächsten Morgen auf eine schöne Tasse Kaffee. Die Übernachtung im "fürstlichen" Doppelzimmer hat uns 37 Euro gekostet und für das Frühstück wurden nochmal 7 Euro berechnet.

Generell hatte ich keine all zu hohen Erwartungen an das Frühstück, das habe ich mir inzwischen abgewöhnt. Aber auch hier hat uns das Löwenherz überrascht. Als wir  in die Frühstücksräume kamen, wurden wir herzlich empfangen und zu unserer Verwunderung, in einen isolierten kleinen Raum geführt, in dem das Frühstück für uns bereits angerichtet war. Ich kam mir schon irgendwie besonders vor :D. Es gab alles, was man zu einem schönen Frühstück so essen wollen würde. Neben Brötchen, Wurst, Käse und einer Auswahl an Marmeladen wurden sogar Müsli, Obst und Joghurt angeboten. Der Kaffee hat natürlich auch nicht gefehlt. Gelegentlich schaute eine nette Dame vorbei, um sich zu versichern, dass alles recht war und sich sogar Zeit nahm für ein kleines Schwätzchen. Wir fühlten uns rundum wohl im Löwenherz, so wohl, dass wir am Liebsten noch eine Nacht geblieben wären, aber das war in unserer Planung leider nicht vorgesehen. In Anbetracht des guten Service, dem hohen Sauberkeitsstandard und dem kulturellen Angebot direkt vor der Tür ist der Preis mehr als fair. Ich bin mir ganz sicher, EOS, wir kommen wieder!

Wanderurlaub im mystischen Schwarzwald - Tag 1 Unterwegs auf dem Schnapsbrunnenweg Sasbachwalden

Der zweite Punkt auf unserer Planungsliste des 1. Tages war eine gediegene Wanderung auf dem Schnapsbrunnen Pfad. Bei unserer Ankunft hatte der Regen noch etwas angezogen und für einen kurzen Moment zweifelten wir, ob wir die Wanderung tatsächlich wagen sollten. Aber fest entschlossen und gut eingepackt machten wir uns auf. 


Im Nachhinein bin ich so froh, dass wir die Wanderung trotz des Regens gemacht haben. Die Landschaft war schlichtweg atemberaubend. Und nach den ersten drei, vier Schnapsbrunnen war uns das Wetter sowieso egal. Besonders meine Freunde, die erst seit ein paar Jahren in Deutschland wohnen und noch nie zuvor von einem Schnapsbrunnen gehört, geschweige denn einen gesehen hatten, waren schwer von diesem Brauch beeindruckt. Dabei stellen verschiedene Schnapsbrenner in einem Brunnen vor ihrem Haus Flaschen mit selbst gebranntem Schnaps bereit. Für eine kleine Spende von i.d.R. 50 Cent bis 1 Euro pro Glas, die in eine  bereitgestellte Kasse entrichtet wird, kann man sich dann auf seiner Wanderung ein paar Kurze gönnen. Der Schnaps wärmt von innen und außerdem kommt einem die Strecke nicht mehr so lange vor, da man quasi immer von einem Schnapsbrunnen zum nächsten pilgert. nach 90 Minuten wandern waren wir jeder ungefähr 5 Euro leichter und um einiges lustiger. Eine Wanderung auf einem der unzähligen Schnapsbrunnen Pfade der Region kann ich nur empfehlen. Es ist auf jeden Fall ein Erfahrung. 

Trotz des augenscheinlich schlechten Wetters war es ein wunderschöner Tag. Nach einer Weile hatten wir uns an den Regen gewöhnt. Das beweist mal wieder: Es gibt wirklich kein schlechtes Wetter, sondern allenfalls schlechte Kleidung. Dennoch kann ich nicht leugnen, dass uns das nass/kühle Wetter am Ende doch in den Knochen steckte, sodass wir uns nach nichts mehr sehnten, als nach einer warmen Dusche und einem gemütlichen Bett. Also machten wir uns auf zu unserem nächstes und letztes Ziel für diesen Tag: Die Klosterruine im Tal von Allerheiligen, ungefähr zwei Stunden von Hohenzollern entfernt. Hier hatten wir eine Übernachtung im Eos Gruppenzentrum gebucht.