"Wenn erst einmal der Schuppen steht,
die Arbeit innen leichter geht"
Und wieder einmal hat sich gezeigt, dass es sich lohnt, geduldig zu sein, und nichts zu überstürzen.
Schon eine ganze Weile haben wir mit dem Gedanken gespielt, einen Geräteschuppen aufzustellen, um mehr Bewegungsfreiheit in der Hütte zu schaffen für den Innenausbau. In den meisten Baumärkten und Gartencentern gibt es bereits vorgefertigte Bausätze, wahlweise aus Blech, Holz oder Kunststoff. Letzteres schied von vorne herein aus. Kurz gesagt, ich bin kein Fan von Plastik. Die Preise für Blech- oder Holzschuppen sind allerdings horrend, sodass wir darüber nachdachten, selbst einen Schuppen zu bauen. Wenn uns da der Zufall nicht wieder einmal in die Hände gespielt hätte...
Meine Eltern haben gerade ihren Wohnwagenstellplatz aufgegeben. Vor ein paar Monaten haben sie sich einen Blechschuppen gekauft zur Unterbringung ihrer Outdoor Möbel etc. Diesen Schuppen haben sie uns jetzt kurzerhand geschenkt. Er stand sogar schon fertig zum Abtransport auf dem Hänger, sodass wir ihn nur noch ankoppeln mussten. Ich bin so happy! Natürlich sind wir schon am Überlegen, wie wir uns bei ihnen bedanken können, denn wir wissen ja, wie teuer diese Schuppen sind. Mal sehen, was mir einfällt.
Die Unterkonstruktion:
Wir wollten den Schuppen nicht direkt auf den Erdboden stellen. Also bauten wir eine Unterkonstruktion aus 6 Douglasien-Balken und 6 Stahlpfosten. "Kann ja nicht so lange dauern" habe ich anfangs gedacht. Letzten Endes hat es einen ganzen Tag gedauert, nur um das Fundament aufzustellen, weil immer wieder irgendwas den Arbeitsprozess verlangsamte. Zuerst mussten wir den Boden begradigen und Erdboden aufschütten. Allein das dauerte etliche Stunden. Nachdem alles grad genug war und der zukünftige Standort des Schuppens genau vermessen war, wurden die Stahlpfosten ins Erdreich eingeschlagen. Ausgerechnet der letzte Pfosten ließ sich nicht tief genug einschlagen, weil er durch einen Stein im Boden blockiert wurde. Es half alles nichts. Wir mussten den Stein mit der Handschaufel ausgraben, was nicht nur nervig, sondern auch zeitaufwändig war. Wenigstens das Verschrauben der Balken ging problemlos. Am Schluss wollten wir die Balken noch mit Teerfarbe streichen, um sie Wetterfest zu machen. Aber weil es so kalt war, ließ sich die Farbe nicht streichen. Sie war zäh wie Gummi. Also mussten wir diese Aktion auf einen anderen Tag verschieben.
Eine Woche später fanden wir endlich Zeit, um den Schuppen aufzustellen. Da unser Grundstück nicht mit dem Auto befahrbar ist, gab es zwei Möglichkeiten: 1. Den Schuppen zerlegen und in Einzelteilen transportieren oder 2. den Schuppen an einem Stück zu zweit knapp 200 Stufen hinuntertragen. Jetzt, wo ich es lese, muss ich selbst den Kopf schütteln. Was soll ich sagen - die Faulheit hatte im ersten Moment gesiegt. Die Retourkutsche dafür bekamen wir sofort. Wir kamen nicht einmal zur ersten Stufe. Zum Glück, muss ich jetzt sagen. Das war so leichtsinnig - da hätte alles passieren können. Kaum hatten wir den Schuppen angehoben, begann er gefährlich zu wanken, kippte.... und fiel zu Boden. Uns ist nichts passiert, aber der Schuppen hat ein paar Dellen abbekommen. Es war so dumm und vorhersehbar, dass wir beide erst einmal hysterisch lachen mussten, weil wir bis zur letzten Sekunde davon überzeugt waren, dass wir es schaffen würden. Danach haben wir den Schuppen doch zerlegt. Zusammengeschraubt war alles dann im Handumdrehen. Wir wollten das Fundament fertig streichen, aber natürlich hat es ausgerechnet an dem Tag geschüttet, wie aus Eimern. Aber wir haben keine Hektik - alles zu seiner Zeit. Mit jedem Stück kommen wir unserem Traum vom Garten ein großes Stück näher.
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