Mittwoch, 6. September 2017

Es ist offiziell: Wir sind Gemüsegärtner!

Unser aller erstes Schatten-Gemüsebeet: Aus alt mach neu

1017 war eine große Premiere für uns: Wir haben unser erstes Gemüsebeet angelegt.
Die Konstruktion würde ich als... rustikal bezeichnen. Wir haben mal wieder Materialien verwendet, die wir auf dem Grundstück hatten.









1. Als erstes haben wird das Gras an der Stelle wo das Beet hin sollte abgemäht und den Boden ordentlich durchgeholländert, also von Steinen und Wurzelballen befreit bis der Lehmboden richtig schön locker war. Ja, es war langwierig, ja, wir haben geschwitzt aber es hat sich ausgezahlt.

2. Um den Beetbereich vom restlichen Gras abzutrennen, haben wir aus den Dachblechen vom alten Hüttendach  eine Wanne um das Beet gebaut, indem wir sie ca. 30 cm tief um das Beet herum eingegraben haben.

3. Dann haben wir aus abgesägten Ästen ca. 150 cm hohe Pfähle abgesegt, die wir angespitzt und dann um das Beet herum ca 50 cm tief in den Boden geschlagen haben.

4. Die Tür von der Dachbodenkammer der alten Hütte hat auf ihre alten Tage auch nochmal eine völlig neue Bestimmung erhalten als Beet-Tor.

5. Einzig den Hühnerzaun haben wir selbst gekauft.  Zwar hatten wir auch davon noch eine Rolle auf dem Grundstück, allerdings hat es nicht ganz gereicht für das Beet. Den Zaun haben wir einfach an den Pfählen fest getackert.

6. Und dann war da noch der Rost von dem alten Tagesbett, das in der Hütte gestanden war. Ich fand, dass es sich super als Rankhilfe für Bohnen machen würde. Theoretisch. Nunja, die Bohnen hatten keine Chance. 🐌🐌🐌

Nachdem wir uns von unserer anfänglichen Niederlage mit dem Salat und den Bohnen erholt hatten, versuchten wir es noch einmal mit Ruccola und Petersilie. Zu unsrer eigenen Überraschung waren wir wahnsinnig erfolgreich. Am Hochsommer hatten wir so viel Ruccola, dass wir zeitweise gar nicht wussten, wohin damit. So schnell wie der wuchs konnten wir ihn gar nicht abernten. Es war echt verrückt, aber auch ein echter Boost fürs Gärtner-Ego. Jetzt versuche ich mich gerade an Radieschen. Man darf gespannt sein.

Das Flies war übrigens ein Versuch, die Vögel und Rehe aus dem Beet zu halten. Bisher hat das super geklappt. Jetzt fehlt nur noch was gegen die Schnecken...

Das autonome Wildkräuter Beet:

Auch unser wildes Kräuterbeet wächst unaufhaltsam. Am Ende habe ich die Minze gar nicht mehr versucht komplett abzuernten, sondern den Insekten überlassen. Wir lieben zwar Tee, aber so viel können wir gar nicht verarbeiten. Das Foto hab ich leider gemacht, nachdem ich abgeerntet habe. Die Melisse war noch zwei mal so hoch.

Das Tolle an diesem Kräuterbeet ist, dass ich dort absolut nichts machen muss. Es erhält sich ganz von selbst. Im Frühjahr hacke ich einmal die Erde durch, mische etwas Kompost drunter und das war's. Ich gieße nicht, räume dort nichts auf.
Naja, ernten und trocknen muss ich  dann doch selbst.

Übrigens: Knoblauchsrauke hat, wie der Name vermute lässt, einen sanften Knobi Geschmack und schmeckt uns super im Salat. So für sich alleine kann es etwas bitter sein, aber im Salat merkt man davon nichts mehr.

Das Hochbeet: Noch ein Versuch, den Schnecken auf's Dach zu steigen

In der linken Ecke des Wildkräuterbeets erkennt man schon unseren eigentlichen Star des Jahres: Unser erstes Hochbeet. Inzwischen ist das Beet komplett fertig und sogar bis zur Hälfte befüllt. Leider kamen wir dieses Jahr nicht mehr dazu, es zu bepflanzen. Dann eben nächstes Jahr.


Wir haben auf der Innenseite der Konstruktion eine Noppenfolie festgetackert um, das Holz vor  Gießwasser und nasser Erde zu schützen. Anschließend haben wir den offenen Bereich zum Boden hin mit einem feinen Hühnerzaun gesichert, um zu verhindern, dass sich irgendwelche Nagetiere darin einnisten können. Das Coole am Hochbeet ist, dass es eine gute Möglichkeit ist, seinen Grünschnitt loszuwerden. 

Im Prinzip ist es ein Kompost, den man anschließen bepflanzt. Die unterste Schicht des Beets bildet eine ca. 50 cm hohe Schicht aus dünnen Ästen, auf die dann abwechselnd Grasschnitt, Laub und Komposterde  weiter aufgeschichtet werden. Wichtig ist zu wissen, dass sich diese Füllung in den ersten Wochen nach der ersten Befüllung immer wieder absetzen wird, während die Materialien beginnen sich zu zersetzen. Es ist daher in der ersten Zeit notwendig, dass man immer wieder etwas Erde nachfüllt. 

Ja, so viel zu den Beeten. Falls irgendjemand eine humane Lösung hat, um mit den Schnecken fertig zu werden, ich bin für jeden Tip dankbar.

 Eure oOBubblezOo

Montag, 4. September 2017

Bubblez, wo bist du so lange gewesen...??

Hach, ja....Wo soll ich bloß anfangen: Das Jahr 2016 war für mich ein nicht-enden-wollender Ausnahmezustand. Noch nie in meinem Leben war ich so froh, dass ein Jahr endlich vorbei war.

Ich kann es kaum fassen, dass ich tatsächlich mein Staatsexamen gemacht habe. Wow, hätte man mich noch vor zwei Jahren gefragt, ob ich mir das zutraue, hätte ich nur wild den Kopf geschüttelt. Ich wusste zwar, dass der Tag irgendwann kommen würde, unweigerlich kommen musste, aber trotzdem war es irgendwie unwirklich.

Die ganze Prüfungsvorbereitungsphase, die knapp ein Jahr anhielt, kam mir irgendwie unwirklich vor. Manchmal wusste ich nicht genau, wo mir der Kopf stand; es kam mir vor, wie ein Wettlauf gegen die Uhr, eine "Challenge", in der es primär darum zu gehen schien, wieviel Wissen ich innerhalb kürzester Zeit auswendig lernen kann. Ich verabscheue diese Art von Prüfungen.
Nicht nur, dass sie kaum etwas aussagen über mein tatsächliches Wissen oder Können, sie stehen meiner Meinung nach auch im völligen Gegensatz zu dem Leitspruch, mit dem die Universität wirbt: "Dem lebendigen Geiste". Wenn ich sage, dass ich mich 2016 wie tot gefühlt habe, dann ist das keinesfalls eine laxe Übertreibung. 2016 habe ich nicht gelebt. Ich habe existiert, und schließlich funktioniert. 

Ich wusste, dass  das Doppelexamen kein Spaziergang werden würde, habe frühzeitig mit der Vorbereitung angefangen, mich über alles informiert, wollte nichts dem Zufall überlassen und trotzdem hatte ich ständig das Gefühl, hinterher zu sein. Ich hatte die Wochen von April bis Oktober akribisch durchgeplant: Lesephasen, Lernphasen, Übungsphasen, Wiederholungsphasen. Erholungsphasen? Am Anfang habe ich noch versucht, mir die Wochenenden zur Erholung freizuhalten. Aber im Juni, 8 Wochen vor den schriftlichen Prüfungen, war auch das nicht mehr möglich. Die nächsten Monate befand ich mich wie im Dämmerzustand, zwischen vollgepackten Tagen, schlaflosen Nächten. Im Nacken stets die näher rückenden Prüfungstermine und einen Berg an Lernstoff, der eher zu wachsen als zu schrumpfen schien. Dazu kam noch all dieser organisatorische, bürokratische Kram: Das Erstellen der Literaturlisten für die mündlichen Prüfungen, Sprechstunden. Ich hastete von einem Termin zum anderen. Mit 100 Sachen auf spiegelglatter Fahrbahn:  Jetzt bloß nicht bremsen, sonst verlierst du die Kontrolle! 

Ich habe nicht gebremst, aber es war oft knapp. Ins Schleudern kam ich dennoch... 
Über mein "Doppelexamen-Trauma" möchte ich hier jedoch nicht berichten - zumindest noch nicht. Im Moment fällt es mir noch schwer, darüber zu reden. Aber ich möchte meine Erfahrungen früher oder später hier auf meinem Blog teilen, weil ich glaube, dass es wichtig ist, darüber zu reden.

Als ich dann im Februar 2017 mein Abschlusszeugnis in Händen hielt, kam mir alles noch sehr surreal vor, in gewisser Weise, wie ein schlechter Traum. Auch jetzt, drei Monate nach der letzten Prüfung hat sich an diesem Gefühl nicht viel geändert. Wenn ich nicht diesen lieblos bedruckten Zettel hätte, der mir attestiert, dass ich tatsächlich mein Doppelexamen gemacht habe, würde ich es nicht glauben. Stolz? Nicht wirklich. Das einzige Gefühl, das mich seit meinem Abschluss immer wieder heimsucht, ist das der Leere. 

Ich bin müde, erschöpft, brauche eine Pause. Dazu gesellt sich diese Angst vor der Zukunft, vor dem, was jetzt kommt ... oder nicht kommt. Ich befinde mich an einem Scheideweg, hänge in der Schwebe, und es fällt mir schwer, die Dinge mal einfach auf mich zukommen zu lassen. Alles, was ich mir das vergangene Jahr gewünscht hatte, war Freiheit, und nun, da der Zeitpunkt endlich gekommen ist, wird mir klar, wie relativ diese lang ersehnte Freiheit doch ist. 






















Ich glaube, das Leben ist ein wilder Fluss; wer immerzu panisch strampelt und rudert, der ertrinkt früher oder später. Die Kunst ist es, sich ab und an ein kleines Stück auf der Strömung treiben zu lassen. 

oOBubblezOo