1017 war eine große Premiere für uns: Wir haben unser erstes Gemüsebeet angelegt.
Die Konstruktion würde ich als... rustikal bezeichnen. Wir haben mal wieder Materialien verwendet, die wir auf dem Grundstück hatten.
1. Als erstes haben wird das Gras an der Stelle wo das Beet hin sollte abgemäht und den Boden ordentlich durchgeholländert, also von Steinen und Wurzelballen befreit bis der Lehmboden richtig schön locker war. Ja, es war langwierig, ja, wir haben geschwitzt aber es hat sich ausgezahlt.
2. Um den Beetbereich vom restlichen Gras abzutrennen, haben wir aus den Dachblechen vom alten Hüttendach eine Wanne um das Beet gebaut, indem wir sie ca. 30 cm tief um das Beet herum eingegraben haben.
3. Dann haben wir aus abgesägten Ästen ca. 150 cm hohe Pfähle abgesegt, die wir angespitzt und dann um das Beet herum ca 50 cm tief in den Boden geschlagen haben.
4. Die Tür von der Dachbodenkammer der alten Hütte hat auf ihre alten Tage auch nochmal eine völlig neue Bestimmung erhalten als Beet-Tor.
5. Einzig den Hühnerzaun haben wir selbst gekauft. Zwar hatten wir auch davon noch eine Rolle auf dem Grundstück, allerdings hat es nicht ganz gereicht für das Beet. Den Zaun haben wir einfach an den Pfählen fest getackert.
6. Und dann war da noch der Rost von dem alten Tagesbett, das in der Hütte gestanden war. Ich fand, dass es sich super als Rankhilfe für Bohnen machen würde. Theoretisch. Nunja, die Bohnen hatten keine Chance. 🐌🐌🐌
Nachdem wir uns von unserer anfänglichen Niederlage mit dem Salat und den Bohnen erholt hatten, versuchten wir es noch einmal mit Ruccola und Petersilie. Zu unsrer eigenen Überraschung waren wir wahnsinnig erfolgreich. Am Hochsommer hatten wir so viel Ruccola, dass wir zeitweise gar nicht wussten, wohin damit. So schnell wie der wuchs konnten wir ihn gar nicht abernten. Es war echt verrückt, aber auch ein echter Boost fürs Gärtner-Ego. Jetzt versuche ich mich gerade an Radieschen. Man darf gespannt sein.
| Das Flies war übrigens ein Versuch, die Vögel und Rehe aus dem Beet zu halten. Bisher hat das super geklappt. Jetzt fehlt nur noch was gegen die Schnecken... |
Das autonome Wildkräuter Beet:
Auch unser wildes Kräuterbeet wächst unaufhaltsam. Am Ende habe ich die Minze gar nicht mehr versucht komplett abzuernten, sondern den Insekten überlassen. Wir lieben zwar Tee, aber so viel können wir gar nicht verarbeiten. Das Foto hab ich leider gemacht, nachdem ich abgeerntet habe. Die Melisse war noch zwei mal so hoch.
Das Tolle an diesem Kräuterbeet ist, dass ich dort absolut nichts machen muss. Es erhält sich ganz von selbst. Im Frühjahr hacke ich einmal die Erde durch, mische etwas Kompost drunter und das war's. Ich gieße nicht, räume dort nichts auf.
Naja, ernten und trocknen muss ich dann doch selbst.
Übrigens: Knoblauchsrauke hat, wie der Name vermute lässt, einen sanften Knobi Geschmack und schmeckt uns super im Salat. So für sich alleine kann es etwas bitter sein, aber im Salat merkt man davon nichts mehr.
Das Hochbeet: Noch ein Versuch, den Schnecken auf's Dach zu steigen
In der linken Ecke des Wildkräuterbeets erkennt man schon unseren eigentlichen Star des Jahres: Unser erstes Hochbeet. Inzwischen ist das Beet komplett fertig und sogar bis zur Hälfte befüllt. Leider kamen wir dieses Jahr nicht mehr dazu, es zu bepflanzen. Dann eben nächstes Jahr.

Wir haben auf der Innenseite der Konstruktion eine Noppenfolie festgetackert um, das Holz vor Gießwasser und nasser Erde zu schützen. Anschließend haben wir den offenen Bereich zum Boden hin mit einem feinen Hühnerzaun gesichert, um zu verhindern, dass sich irgendwelche Nagetiere darin einnisten können. Das Coole am Hochbeet ist, dass es eine gute Möglichkeit ist, seinen Grünschnitt loszuwerden.
Im Prinzip ist es ein Kompost, den man anschließen bepflanzt. Die unterste Schicht des Beets bildet eine ca. 50 cm hohe Schicht aus dünnen Ästen, auf die dann abwechselnd Grasschnitt, Laub und Komposterde weiter aufgeschichtet werden. Wichtig ist zu wissen, dass sich diese Füllung in den ersten Wochen nach der ersten Befüllung immer wieder absetzen wird, während die Materialien beginnen sich zu zersetzen. Es ist daher in der ersten Zeit notwendig, dass man immer wieder etwas Erde nachfüllt.
Ja, so viel zu den Beeten. Falls irgendjemand eine humane Lösung hat, um mit den Schnecken fertig zu werden, ich bin für jeden Tip dankbar.