Mittwoch, 22. August 2018

Schnecken haben auch Gefühle .... 🐌

Das Gärtner-Leben wäre sooo schön, wenn da nicht die bösen Schnecken wären 🐌🐌
Als Neu-Gärtner verstehe ich den Frust, den diese kleinen Biest über das Gärtner-Herz bringen können. Ich habe es schon des Öfteren am eigenen Leib erfahren müssen.

http://www.thememesfactory.com/forgive-others
-not-because-they-deserve-forgiveness/

Aber, ich möchte um Contenance bitten, meine lieben Gärtner und Gärtnerinnen, bevor ihr gleich zur Chemiekeule greift. Ich muss gestehen, ich habe auch noch keine Lösung für das Schneckenproblem gefunden, dafür bin ich aber zu einer wichtigen Erkenntnis gelangt, die mir hilft meinen Schneckenhass besser zu veratmen. "Woosaah". Der eine oder andere hört es vielleicht nicht gern, aber: JEDER SCHÄDLING IST AUCH EIN NÜTZLING. Ja, auch die Schnecken. Und auch, wenn ich damit bei vielen Hardcore-Hobby-Gärtnern wahrscheinlich auf taube Ohren stoßen werde, wollte ich das nur mal gesagt haben.

Und wen's doch interessiert, für den habe ich hier drei unverkennbare Gründe, die beweisen, dass Schnecken durchaus eine Daseinsberechtigung haben.




3 Gründe, wieso Schnecken wichtig sind:

1. Die Schnecken-Putzkolonne: "Kann des weg? Nom Nom Nom."
Schnecken fressen vor allem abgestorbene Pflanzenteile. Zusammen mit anderen Krabblern, die man so im Garten findet,  sorgen sie so dafür, dass  nachkommende, aber auch bestehende Pflanzen ungehindert wachsen können. (*Räusper*: Sofern sie nicht auf der Speisekarte der Schnecken stehen - dann werden sie natürlich gleich mit verspeißt.) In gewisser Weise macht das die Schnecken selbst zu kleinen Hobby-Gärtnern. Manche Nacktschneckenarten fressen zudem auch Aas. Sie leisten dadurch einen wichtigen Dienst an Mensch und Natur; denn die zeitnahe Vernichtung von Kadavern verhindert die Ausbreitung von schädlichen Keimen, die unter bestimmten Umständen auch dem Mensch gefährlich werden können, etwa dann, wenn sich das Aas in unmittelbarer Nähe zu einer Trinkwasserquelle befindet, aus der eine Gemeinde gespeist wird. Da haben sich die Schnecken doch echt mal ein Dankeschön verdient.

2. Die spanische Wegschnecke: Ein Geburtenregler
Diese Nacktschneckenart gibt es bei uns im Garten zu Hauff. Die machen ALLES PLATT, selbst ihre eigenen Leute. #EverybodyAndTheirMom. (Scherz). Auch die Gelege ihrer Artgenossen verspeisen sie mit großer Vorliebe. Was wahrhaftig kannibalisch klingt, erfüllt jedoch eine weitere wichtige Funktion: Die Schneckenpopulation regelt sich selbst. Und da sag mal einer, Schnecken wären dem Gärtner nicht wohlgesonnen.

3. Escargot - Nicht nur unter den Franzosen eine Delikatesse
Ob rot, ob schwarz oder als Leopard getarnt, ob zu Wasser oder zu Land, ob mit rundem oder Spitzem Häuschen in schickem Rosa oder gelb mit schwarzem Streifen, schlicht in Weiß; oder doch lieber gleich nackt?  Alleine in Deutschland sind die Erscheinungsformen der Schnecken vielfältiger, als vielen bewusst ist. Bei vielen einheimischen Wald- und Wiesenbewohner sind die kleinen Schleimer gern gesehen: Und zwar auf dem Speiseplan. Unter Anderem sind Schnecken eine wichtige Nahrungsquellen für Igel, Eichhörnchen, Füchse, Kröten, Wildvögeln, Waschbären, Marder, Siebenschläfer, aber auch Mäusen. Letztere sind bei vielen Gärtnern ebenfalls verschrien, sind ihrerseits jedoch wiederum Leibspeise anderer Wildtiere zu Luft und Land. Und so schließt sich der Kreis. 

Weitere interessante Informationen über das geheime Leben der Schnecken findet ihr auf der Seite des Naturschutzbund Deutschland: 
https://niedersachsen.nabu.de/tiere-und-pflanzen/sonstige-arten/schnecken/wissenswertes/07187.html




Ein paar Worte zum Schneckenschutz aus dem Chemielabor:
"Pfui, Bä, Finger weg!"

Ihr denkt jetzt vielleicht: "Ist ja alles schön und gut, aber ich will, dass die aufhören meinen Salat zu fressen. Warum sich mit Hausmitteln rumquälen, wenn es doch den Schneckenschutz aus dem Chemielabor gibt. Der ist einfach in der Anwendung, schnell und 100% effektiv." Mag ja alles stimmen; und als Überraschungseffekt sind diese Mittel auch 
HOCHGRADIG UMWELTSCHÄDLICH!!

Kurz zur Gefährdung anderer Tiere durch Schneckenkorn
In ihrer Wut und Verzweiflung greifen viele Hobby Gärtner zu chemischen Waffen, wie dem vielerseits gelobten Schneckenkorn. Bei den harmlos aussehenden Kügelchen handelt es sich um ein aggressives Nervengift. Der Verzehr der Kügelchen bedeutet nicht nur für die Schnecke den sicheren Tod. Auch für andere Tiere, die etwa eine vergiftete Schnecke fressen oder selbst von dem Schneckenkorn naschen, endet der Kontakt häufig tödlich. Meiner Meinung nach ist es kein Rosenstock wert, dass ein Igelchen oder ein anderes wildes Tier dafür sein Leben lassen muss!
Außerdem hätte dieser Igel in seinem Leben zweifellos mehr Schnecken vernichtet, als der Gärtner mit seinem Schneckenkorn. Stattdessen sollte man versuche Lebensräume für die natürlichen Feinde der Schnecken zu schaffen, damit diese sich gerne im Garten ansiedeln. Und für alle, die jetzt sagen "Was interessiert mich der Igel": Es kommt auch immer wieder zu Vergiftungen bei Hunden und Katzen; auch hier oft mit tödlichem Verlauf. Inzwischen gibt es auch ein Schneckenkorn auf dem Markt, das für Tiere unschädlich sein soll.  Die Resonanzen im Internet bestätigen dies: Leider scheint es, laut Testern, auch den Schnecken  nichts auszumachen.

Natürliche Alternativen zur Schneckenabwehr:
Der Naturschutzbund Deutschland (NABU) hat auf seiner Internetseite eine umfangreiche Liste mit natürlichen Formen der Schneckenabwehr zusammengestellt: https://www.nabu.de/umwelt-und-ressourcen/oekologisch-leben/balkon-und-garten/gartentipps/00546.html

Spoiler Alert: Den heiligen Gral der Schneckenbekämpfung werdet ihr auch hier nicht finden. Oder doch? Nun, auch der NABU ist sich einig, dass der Schlüssel beim Thema der natürlichen Schneckenabwehr eben Geduld ist, und die Bereitschaft, verschiedene Dinge auszuprobieren. Tatsache ist, es gibt kein Allheilmittel und auch keine schneckensicheren Pflanzen. Auch Schnecken haben unterschiedliche Geschmäcker.

Manchmal hilft es, wenn man nicht ständig versucht, die Natur zu führen, sondern sich von ihr führen lässt, also, mit ihr und nicht gegen sie arbeitet. Wir sind Gärtner, keine Götter.

Das war dann wohl das Wort zum Sonntag :D   oOBubblezOo


Mittwoch, 6. September 2017

Es ist offiziell: Wir sind Gemüsegärtner!

Unser aller erstes Schatten-Gemüsebeet: Aus alt mach neu

1017 war eine große Premiere für uns: Wir haben unser erstes Gemüsebeet angelegt.
Die Konstruktion würde ich als... rustikal bezeichnen. Wir haben mal wieder Materialien verwendet, die wir auf dem Grundstück hatten.









1. Als erstes haben wird das Gras an der Stelle wo das Beet hin sollte abgemäht und den Boden ordentlich durchgeholländert, also von Steinen und Wurzelballen befreit bis der Lehmboden richtig schön locker war. Ja, es war langwierig, ja, wir haben geschwitzt aber es hat sich ausgezahlt.

2. Um den Beetbereich vom restlichen Gras abzutrennen, haben wir aus den Dachblechen vom alten Hüttendach  eine Wanne um das Beet gebaut, indem wir sie ca. 30 cm tief um das Beet herum eingegraben haben.

3. Dann haben wir aus abgesägten Ästen ca. 150 cm hohe Pfähle abgesegt, die wir angespitzt und dann um das Beet herum ca 50 cm tief in den Boden geschlagen haben.

4. Die Tür von der Dachbodenkammer der alten Hütte hat auf ihre alten Tage auch nochmal eine völlig neue Bestimmung erhalten als Beet-Tor.

5. Einzig den Hühnerzaun haben wir selbst gekauft.  Zwar hatten wir auch davon noch eine Rolle auf dem Grundstück, allerdings hat es nicht ganz gereicht für das Beet. Den Zaun haben wir einfach an den Pfählen fest getackert.

6. Und dann war da noch der Rost von dem alten Tagesbett, das in der Hütte gestanden war. Ich fand, dass es sich super als Rankhilfe für Bohnen machen würde. Theoretisch. Nunja, die Bohnen hatten keine Chance. 🐌🐌🐌

Nachdem wir uns von unserer anfänglichen Niederlage mit dem Salat und den Bohnen erholt hatten, versuchten wir es noch einmal mit Ruccola und Petersilie. Zu unsrer eigenen Überraschung waren wir wahnsinnig erfolgreich. Am Hochsommer hatten wir so viel Ruccola, dass wir zeitweise gar nicht wussten, wohin damit. So schnell wie der wuchs konnten wir ihn gar nicht abernten. Es war echt verrückt, aber auch ein echter Boost fürs Gärtner-Ego. Jetzt versuche ich mich gerade an Radieschen. Man darf gespannt sein.

Das Flies war übrigens ein Versuch, die Vögel und Rehe aus dem Beet zu halten. Bisher hat das super geklappt. Jetzt fehlt nur noch was gegen die Schnecken...

Das autonome Wildkräuter Beet:

Auch unser wildes Kräuterbeet wächst unaufhaltsam. Am Ende habe ich die Minze gar nicht mehr versucht komplett abzuernten, sondern den Insekten überlassen. Wir lieben zwar Tee, aber so viel können wir gar nicht verarbeiten. Das Foto hab ich leider gemacht, nachdem ich abgeerntet habe. Die Melisse war noch zwei mal so hoch.

Das Tolle an diesem Kräuterbeet ist, dass ich dort absolut nichts machen muss. Es erhält sich ganz von selbst. Im Frühjahr hacke ich einmal die Erde durch, mische etwas Kompost drunter und das war's. Ich gieße nicht, räume dort nichts auf.
Naja, ernten und trocknen muss ich  dann doch selbst.

Übrigens: Knoblauchsrauke hat, wie der Name vermute lässt, einen sanften Knobi Geschmack und schmeckt uns super im Salat. So für sich alleine kann es etwas bitter sein, aber im Salat merkt man davon nichts mehr.

Das Hochbeet: Noch ein Versuch, den Schnecken auf's Dach zu steigen

In der linken Ecke des Wildkräuterbeets erkennt man schon unseren eigentlichen Star des Jahres: Unser erstes Hochbeet. Inzwischen ist das Beet komplett fertig und sogar bis zur Hälfte befüllt. Leider kamen wir dieses Jahr nicht mehr dazu, es zu bepflanzen. Dann eben nächstes Jahr.


Wir haben auf der Innenseite der Konstruktion eine Noppenfolie festgetackert um, das Holz vor  Gießwasser und nasser Erde zu schützen. Anschließend haben wir den offenen Bereich zum Boden hin mit einem feinen Hühnerzaun gesichert, um zu verhindern, dass sich irgendwelche Nagetiere darin einnisten können. Das Coole am Hochbeet ist, dass es eine gute Möglichkeit ist, seinen Grünschnitt loszuwerden. 

Im Prinzip ist es ein Kompost, den man anschließen bepflanzt. Die unterste Schicht des Beets bildet eine ca. 50 cm hohe Schicht aus dünnen Ästen, auf die dann abwechselnd Grasschnitt, Laub und Komposterde  weiter aufgeschichtet werden. Wichtig ist zu wissen, dass sich diese Füllung in den ersten Wochen nach der ersten Befüllung immer wieder absetzen wird, während die Materialien beginnen sich zu zersetzen. Es ist daher in der ersten Zeit notwendig, dass man immer wieder etwas Erde nachfüllt. 

Ja, so viel zu den Beeten. Falls irgendjemand eine humane Lösung hat, um mit den Schnecken fertig zu werden, ich bin für jeden Tip dankbar.

 Eure oOBubblezOo

Montag, 4. September 2017

Bubblez, wo bist du so lange gewesen...??

Hach, ja....Wo soll ich bloß anfangen: Das Jahr 2016 war für mich ein nicht-enden-wollender Ausnahmezustand. Noch nie in meinem Leben war ich so froh, dass ein Jahr endlich vorbei war.

Ich kann es kaum fassen, dass ich tatsächlich mein Staatsexamen gemacht habe. Wow, hätte man mich noch vor zwei Jahren gefragt, ob ich mir das zutraue, hätte ich nur wild den Kopf geschüttelt. Ich wusste zwar, dass der Tag irgendwann kommen würde, unweigerlich kommen musste, aber trotzdem war es irgendwie unwirklich.

Die ganze Prüfungsvorbereitungsphase, die knapp ein Jahr anhielt, kam mir irgendwie unwirklich vor. Manchmal wusste ich nicht genau, wo mir der Kopf stand; es kam mir vor, wie ein Wettlauf gegen die Uhr, eine "Challenge", in der es primär darum zu gehen schien, wieviel Wissen ich innerhalb kürzester Zeit auswendig lernen kann. Ich verabscheue diese Art von Prüfungen.
Nicht nur, dass sie kaum etwas aussagen über mein tatsächliches Wissen oder Können, sie stehen meiner Meinung nach auch im völligen Gegensatz zu dem Leitspruch, mit dem die Universität wirbt: "Dem lebendigen Geiste". Wenn ich sage, dass ich mich 2016 wie tot gefühlt habe, dann ist das keinesfalls eine laxe Übertreibung. 2016 habe ich nicht gelebt. Ich habe existiert, und schließlich funktioniert. 

Ich wusste, dass  das Doppelexamen kein Spaziergang werden würde, habe frühzeitig mit der Vorbereitung angefangen, mich über alles informiert, wollte nichts dem Zufall überlassen und trotzdem hatte ich ständig das Gefühl, hinterher zu sein. Ich hatte die Wochen von April bis Oktober akribisch durchgeplant: Lesephasen, Lernphasen, Übungsphasen, Wiederholungsphasen. Erholungsphasen? Am Anfang habe ich noch versucht, mir die Wochenenden zur Erholung freizuhalten. Aber im Juni, 8 Wochen vor den schriftlichen Prüfungen, war auch das nicht mehr möglich. Die nächsten Monate befand ich mich wie im Dämmerzustand, zwischen vollgepackten Tagen, schlaflosen Nächten. Im Nacken stets die näher rückenden Prüfungstermine und einen Berg an Lernstoff, der eher zu wachsen als zu schrumpfen schien. Dazu kam noch all dieser organisatorische, bürokratische Kram: Das Erstellen der Literaturlisten für die mündlichen Prüfungen, Sprechstunden. Ich hastete von einem Termin zum anderen. Mit 100 Sachen auf spiegelglatter Fahrbahn:  Jetzt bloß nicht bremsen, sonst verlierst du die Kontrolle! 

Ich habe nicht gebremst, aber es war oft knapp. Ins Schleudern kam ich dennoch... 
Über mein "Doppelexamen-Trauma" möchte ich hier jedoch nicht berichten - zumindest noch nicht. Im Moment fällt es mir noch schwer, darüber zu reden. Aber ich möchte meine Erfahrungen früher oder später hier auf meinem Blog teilen, weil ich glaube, dass es wichtig ist, darüber zu reden.

Als ich dann im Februar 2017 mein Abschlusszeugnis in Händen hielt, kam mir alles noch sehr surreal vor, in gewisser Weise, wie ein schlechter Traum. Auch jetzt, drei Monate nach der letzten Prüfung hat sich an diesem Gefühl nicht viel geändert. Wenn ich nicht diesen lieblos bedruckten Zettel hätte, der mir attestiert, dass ich tatsächlich mein Doppelexamen gemacht habe, würde ich es nicht glauben. Stolz? Nicht wirklich. Das einzige Gefühl, das mich seit meinem Abschluss immer wieder heimsucht, ist das der Leere. 

Ich bin müde, erschöpft, brauche eine Pause. Dazu gesellt sich diese Angst vor der Zukunft, vor dem, was jetzt kommt ... oder nicht kommt. Ich befinde mich an einem Scheideweg, hänge in der Schwebe, und es fällt mir schwer, die Dinge mal einfach auf mich zukommen zu lassen. Alles, was ich mir das vergangene Jahr gewünscht hatte, war Freiheit, und nun, da der Zeitpunkt endlich gekommen ist, wird mir klar, wie relativ diese lang ersehnte Freiheit doch ist. 






















Ich glaube, das Leben ist ein wilder Fluss; wer immerzu panisch strampelt und rudert, der ertrinkt früher oder später. Die Kunst ist es, sich ab und an ein kleines Stück auf der Strömung treiben zu lassen. 

oOBubblezOo

Dienstag, 5. April 2016


Ein Frühlingswind

Mit diesem Wind kommt Schicksal;
laß, o laß es kommen,
all das Drängende und Blinde,
vor dem wir glühen werden: alles das.

Sei still und rühr dich nicht, daß es uns finde.
O unser Schicksal kommt mit diesem Winde.
Von irgendwo bringt dieser neue Wind,
schwankend vom Tragen namenloser Dinge, 
über das Meer her was wir sind.

...Wären wirs doch. So wären wir zuhauf.
Die Himmel steigen in uns auf und nieder.
Aber mit diesem Wind geht immer wieder
das Schicksal riesig über uns hinaus.

                                                                                                     -Rainer Maria Rilke, 1906/1907


Good morning sunshine...

Wenn ich diese Tage bei schönem Wetter mit meiner Kamera das Haus verlasse, sollte ich besser keine anderen Verabredungen mehr haben. Mein Problem: Überall um mich herum blüht es und ich kann einfach an keinem Baum oder Strauch vorbei gehen, ohne die Eindrücke der aus dem Winterschlaf erwachenden Natur festzuhalten.

Freitag, 11. März 2016

Update zu den Böhnchen


Der Lenz verstand die Eile nicht. 
Er hatte ja noch Zeit.
Aber die Böhnchen im Garten, die wollten nicht mehr warten. "Lenz", riefen sie da, "wir sind schon 
bereit."

Heute ist es genau eine Woche her, dass ich die Bohnensamen gepflanzt habe und inzwischen sind es schon richtige kleine Pflänzchen. Ich bin immer noch erstaunt, wie schnell das gegangen ist. Jetzt wird es höchste Zeit, dass sie in ihr endgültiges Zuhause umzupflanzen und ihnen ein paar Schnüre zum Klettern zu geben.



Die Galiamelonen, ebenfalls vergangene Woche ausgesäht, sind inzwischen auch zum Leben erwacht. Bin mal gespannt, ob da am Ende tatsächlich Melonen dabei rauskommen. Dieses Wochenende werde ich das Beet im Garten vorbereiten, damit die Pflänzchen in die Wildnis entlassen werden können, sobald dasWetter aufgeht. In diesem Sinne, auf in den Dreck!


Kurzcamping am Heiterwanger See in Tirol

Der Uni-Alltag hat mich 2015 sehr eingespannt und wegen der vielen Deadlines war es mir unmöglich, den Sommer über für länger wegzufahren. Trotzdem wollten wir auf unseren alljährlichen Camping-Urlaub nicht verzichten. Also buchten wir im Juli kurzfristig zwei Nächte auf einem Campingplatz in Tirol, packten unsere Sachen und fuhren übers Wochenende weg. Ziel unseres Kurztrips war der Heiterwangersee, wo wir unser Zelt auf dem Campingplatz des Hotels Fischer am See aufschlugen. 


Camping beim Fischer am See
Es ist ein kleiner, idyllischer Ort inmitten eines malerischen Panoramas aus atemberaubenden Bergen, weiten Wäldern und dem grünblauen Wasser des Heiterwangersees mit angrenzendem Plansee. 

Direkt am Ufer gibt es eine Fähre, die mehrmals täglich an- und ablegt, mit der man auf die andere Seite des Sees fahre kann. Die Anlage ist sehr gepflegt und die sanitären Anlagen sind sauber.  Der Forellenhof verfügt auch über ein kleines Restaurant, in dem man wunderbar einkehren kann. Für alle, die sich selbst versorgen möchten, sollte sich einen kleinen Vorrat mitbringen, da es keine Einkaufsmöglichkeiten in unmittelbarer Nähe gibt. Mit dem Auto sind die umliegenden Dörfchen jedoch problemlos zu erreichen. Pro Person bezahlt man 12€ am Tag. Der Stellplatz kostet nochmal 7 €/Tag. Die Landschaft verführt geradezu zu ausgiebigen Spaziergängen und Wanderungen. Auch wir konnten dem Ruf der Natur nicht widerstehen und machten uns am nächsten Morgen früh auf den, um unsere Wanderlust zu stillen.










Wandern am Heiterwangersee/Plansee:
Für alle Abenteurer: lange Wanderkleidung ist hier ratsam und man sollte auf jeden Fall sicherstellen, dass die Zeckenimpfungen noch up-to-date sind. Auf dem Campingplatz selbst sind mir abgesehen von den obligatorischen Schnaken am Abend keine Sauger aufgefallen. Aber sobald wir das Gelände verließen, wurde ich wortwörtlich zu Freiwild. 

Ich hab keine Ahnung, ob es am Plansee immer so viele Bremsen gibt, aber in diesem Sommer war es schrecklich. Das wusste ich aber vor Antritt der Wanderung noch nicht. Ich zog an diesem Morgen, eine kurze Hose an, weil es so warm war. Dumme Idee, das weiß ich jetzt. Zu meiner Verteidigung muss ich sagen, da wo ich herkomme, gibt es so ein Massenvorkommen an Bremsen nicht - mir ist es jedenfalls noch nicht aufgefallen, und ich bin viel draußen. 

Bremsenplage im Wald um  Plansee?!
Auf dem Weg entlang des Seeufers war noch alles in Ordnung. Naja, ich hatte ne Nymphe am Bein, aber das bin ich schon gewohnt. Zecken lieben mich. Sobald wir aber in den Waldweg einbogen, haben sich die Bremsen in Scharen auf mich gestürzt. Anfangs dachten wir, dass es auf dem Berg besser werden würde, aber je weiter wir in den Wald gingen, desto schlimmer wurde es. Wir mussten die Wanderung zum Berg dann abbrechen, weil es für mich echt nicht auszuhalten war. Ich wurde pausenlos attackiert. Einmal zählte ich 13 Bremsen auf einmal an meinem Bein - und ich bin nur 1,55 m groß. Eigentlich bin ich  nicht empfindlich, aber das hat mich irgendwann so gestresst, dass ich angefangen habe zu weinen. Anders als bei Schnaken, spürt man einen Bremsen Biss und wenn sie sich erst mal festgebissen haben, lassen sie sich nur schlecht vertreiben. Interessanter Weise haben sie sich für Robert kaum interessiert. 

Im Nachhinein habe ich gelesen, dass Bremsen durch Schweißgeruch angezogen werden und, dass es hilft, wenn man duscht bevor man in die Natur geht. Ich hab an dem Morgen nicht geduscht, Robert aber schon. Vielleicht ist da wirklich was dran.

Rundwanderweg entlang des Seeufers
Natürlich wollten wir uns den schönen Tag nicht von ein paar dummen Brämen vermiesen lassen und machten stattdessen eine Wanderung auf dem Rundweg um die beiden Seen. Der Weg ist zum größten Teil mit Rollsplitt befestigt; Gutes Schuhwerk ist daher wichtig. Entlang der Strecke hat man einen wunderschönen Ausblick auf den glasklaren See und die umliegende Berglandschaft. Auch hier gab es Bremse, allerdings nur auf den Streckenabschnitten , die direkt im Wald lagen. Wer es nicht all zu eilig hat, kann in den bunten Wildwiesen ein regelrechtes Naturschauspiel beobachten und für eine Weile in die Welt der Schwebefliegen, Schwärmer und Schmetterlinge eintauchen. 

An einer Stelle am Übergang zwischen den beiden Seen gibt es einen Baumstamm im Wasser, etwas unterhalb eines Abhangs - der ideale Platz für ein Päuschen. Während man seine Akkus wieder auffüllt, kann man die Füße von dem kühle Seewasser umspülen lassen. Ungefähr auf halber Strecke kehrten wir im Restaurant des Hotels Seespitze ein und gönnten uns ein kühles Bier und einen Eisbecher. Angesichts der großen Hitze beschlossen wir, nicht den kompletten Rundweg zu gehen, sondern bis zum Hotel Forelle zu wandern, und von dort aus mit der Fähre zurück zum Campingplatz zu fahren. Für die Strecke brauchten wir ca. 2 Stunden bei gemütlichem Tempo. Die Forelle markiert ungefähr die Hälfte des gesamten Rundwegs. Ich war mächtig stolz auf uns - an diesem Tag sind wir insgesamt 12 km gelaufen.


Fazit: Wer den Rundweg gerne an einem heißen Sommertag unternehmen möchte, sollte schon früh aufbrechen, um der Mittagshitze so gut wie möglich zu entgehen. Andererseits wird es sehr anstrengend. Auch sollte man unbedingt genug Wasser dabei haben, da die nächsten Möglichkeiten, Wasser zu bekommen ziemlich weit auseinander liegen. Lange Kleidung, festes Schuhwerk und Insektenschutz sind ratsam. Auf jeden Fall ist der Heitwangersee/Plansee ein Erlebnis für alle Naturliebhaber, die eine Auszeit vom Trubel des Alltags und der Stadt suchen. Ich zehre noch immer von der Erinnerungen an diesen wunderschönen Ort. Der Campingplatz ist sehr sauber und ruhig, die Mitarbeiter sind freundlich und hilfsbereit und das idyllische Panorama entschädigt für den etwas teuren Tagessatz.

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Zwischenstopp am Schloss Neuschwanstein   


Auf unserem Rückweg ins Ländle kamen wir am Schloß Neuschwanstein vorbei. Für mich war es ein Kindheitstraum, das Schloss mal in echt zu sehen. Als sich nun die Möglichkeit ergab, zögerten wir nicht lange. Bei unserer Ankunft am Morgen regnete es heftig. Ich rechnete also nicht mit all zu vielen Besuchern und freute mich riesig auf den Aufenthalt.









Parken und Eintritt:
Meine Aufregung fand jedoch ihr jähes Ende, als ich die Massen von Touristen sah, die sich auf den Parkplätzen drängten. Ich weiß zwar nicht, was ich erwartet hatte, aber mit so vielen Menschen hatte ich nicht gerechnet. Das Parkplatzticket kostete 6 € für den ganzen Tag. Wir folgten dem Strom bis sich ca. 5 Minuten vom Parkplatz entfernt ein kleines Gebäude abzeichnetet und davor eine meterlangen Menschenschlange. An diesem Terminal erhält man die Eintrittskarten für das Schloß, inklusive Führung. Erwachsene bezahlen 12 Euro. Bei dem Preis stockte uns erst einmal der Atem, dachten aber, wenn man dafür was geboten bekommt, warum nicht. Bis zur nächsten Führung waren es allerdings 4 Stunden Wartezeit und vor uns war eine Riesenschlange. Uns wurde also schnell klar, dass das nichts werden würde. Zurückkehrende Besucher berichteten dann, dass man nicht viel verpasst, wenn man die Führung nicht macht, da nur wenige Räume für die Öffentlichkeit zugänglich sind. Den Schloßhof kann man zudem auch ohne Ticket besichtigen. Wir verzichteten also auf die Schloßführung. 

Aufstieg zum Schloß
Das Schloß befindet sich in einiger Entfernung vom Parkplatz auf einem Berg. Man hat hier mehrere Möglichkeiten, zum Schloß zu gelangen: Es gibt einen preiswerten Bus (Preis  für Bergfahrt 1,80€, Talfahrt 1€) und eine kleine Pferdekutsche. Bei letzterer kostet die Bergfahrt stolze 6 € pro Person, die Talfahrt für die Hälfte. In den Bus hätte mich allerdings keine 10 Pferde reinbekommen, der war hoffnungslos überfüllt. Auf Nachfrage, wie lange der Aufstieg dauert, sagte uns der Kutscher, es sei ein anstrengender Fußmarsch steil bergauf von 45 Minuten. Da wir es allerdings nicht eilig hatten und die Kutschfahrt recht teuer ist, beschlossen wir zu laufen. Wir nahmen uns Zeit und gingen langsam, da wir unsere Kräfte für den anstrengenden Aufstieg gut einsparen wollten. Man kam schon etwas ins Schwitzen, aber ich persönlich empfand die Steigung nicht als so dramatisch. Dazu muss man auch sagen, dass wir Steigungen gewohnt sind, da wir ursprünglich aus einem Ort kommen, der am Berg gebaut wurde. Zu unserer Überraschung standen wir schon nach 20 Minuten vor dem Schloß - wir wären sogar noch 5 Min früher gewesen, hätten wir nicht noch am Souvenir Kiosk auf der Strecke gehalten. Hier sollte man, falls nötig auch seine Wasserreserven nochmal auffüllen, da es die einzige Möglichkeit ist, noch etwas zu kaufen. Ich schätze mal, dass es sich bei der Zeitangabe von 40 Minuten um den maximalen Durchschnittswert  handelt.




Im Schloßhof
Auch im Schloßhof riß die Menschenflut nicht ab. Es war wie auf einem Festival. Nein, es war schlimmer, weil die Massen unaufhörlich in den völlig überfüllten Hof strömten und es kaum Ausweichmöglichkeiten gab.
Abgesehen von der beeindruckenden Bemalung der ehemaligen Kapelle, gab es hier eigentlich nichts zu sehen. Drei Fotos später kämpften wir uns zurück zum Hoftor.




Die Marienbrücke
Wir zogen weiter zur berüchtigten Marinebrücke, von der aus man den schönsten Blick auf das Schloss hat. Vom Schloß aus sind es bis dort hin nochmal ca. 10 Minuten Fußmarsch - ebenfalls bergauf. Die Brücke wurde angeblich nur zu dem Zweck gebaut, das Schloss in all seiner Pracht zu zeigen.  

Panik auf der Brücke
Vorsicht: Die Brücke ist nichts für Menschen mit Höhenangst oder diversen sozialen Phobien, wie ich am eigenen Laib erfahren musste. Die Ritzen zwischen den Holzplanken am Boden geben den Blick in die darunterlegende Schlucht frei. Außerdem war die Brücke total überfüllt. Ich bin zwar kein Statiker, und weiß nicht, was so eine Stahlbrücke aushält, aber das waren echt viele Menschen. Ich wollte sie erst garnicht überqueren. Das Problem war nur, dass es auf der anderen Seite einen schönen Wanderweg gibt, den wir gerne gehen wollten. Mit Engelszungen hat es Robi schließlich geschafft, mich zu überreden - zum Glück muss ich jetzt sagen. 

Aber kaum hatte ich den ersten Fuß auf die Brücke gesetzt, bekam ich Panik. Nur wer selbst schon einmal eine Panikattacken erlebt hat, weiß, wie schrecklich sich das anfühlt. Umkehren ging leider nicht, weil von hinten schon die nächsten Schaulustigen drängten. Ich habe mich zwar so gut es ging zusammengerissen, das Zittern und die Tränen, die mir stumm übers Gesicht kullerten, konnte ich allerdings nicht verbergen, sodass mich die entgegenkommenden Leute anstarrten, als wäre ich eine Verrückte. Und Robi? Der hielt mich ganz fest an der Hand und führte mich blitzschnell, wie ein echter Prinz, über die Brücke. 

Der Wanderweg mit märchenhaftem Blick auf das Schloß 
Auf der anderen Seite riss der Besucherstrom mit einmal ab. Ab hier führte ein Waldpfad immerzu bergauf. Im Nachhinein war dies für mich der schönste Teil des ganzen Ausflugs. Die Aussicht auf das Schloss von hier oben war schlicht und ergreifend magisch.

Vom Berggipfel aus wirkten das Schloß und die Landschaft wie ein Modellbau. 


Dieser kleine Kerl wollte sich einfach nicht von mir verabschieden. Immer wieder landete er auf meinem geblümten Kleid. Er dachte wohl ich wäre eine Blumenwiese.
















Wir waren übrigens die einzigen Wanderer so weit draußen. Und die Natur .... einfach nur märchenhaft! Ich fühlte mich wortwörtlich, wie ein Charakter in einem Märchenbuch.





















Auf dem Bergrücken gibt es eine Seilbahn, mit der wir wieder hinunter ins Tal fahren wollten - ich wollte nicht nochmal über die Brücke. Nach einer Stunde Aufstieg mussten wir allerdings umkehren, da wir kein Wasser mehr hatten und nicht wussten, wie weit es noch war bis zur Seilbahn. Zurück am Parkplatz stellten wir fest, dass wir nur wenige Meter von der Bahn entfernt gewesen wären. Naja, Sicherheit geht immer Zweifelsfall immer vor. 

Fazit: Über das Innere des Schlosses kann ich leider nichts sagen. Die Anlage selbst ist zweifelsfrei sehenswert aber die Touristenmassen nehmen dem Ort meiner Meinung nach jegliche Magie. Für Schloßliebhaber ist es vielleicht auch nicht ganz unwichtig zu wissen, dass das Schloss erst Ende des 19. Jahrhunderts gebaut wurde - es ist also ein recht "modernes" Schloß. Das tut der Architektur zwar kein Abbruch, erklärt aber warum das Schloß in so einem guten Zustand ist. Nachhaltig beeindruckt hat mich allerdings wie kunstvoll die Architektur des Schlosses in die umliegende Natur eingefügt wurde und die perfekte Komposition, die sich daraus ergibt. Erst von der Spitze des Berges aus verstand ich, warum Schloß Neuschwanstein eines der bekanntesten Wahrzeichen Deutschlands ist.

Donnerstag, 10. März 2016

In meiner Küche duftet es...

Ich hätte nie gedacht, dass es irgendwann mal so weit kommen würde, aber ich muss gestehen: Ich liebe Baumärkte. Nehmt euch einen Moment, um das zu verdauen: Hätte ich die Wahl zwischen einem Stadtbummel und einem Vormittag im Baumarkt, würde ich mich ohne zu zögern für letzteres entscheiden. Denn jeder Trip zum Baumarkt bedeutet, dass es im Garten voran geht und das erfüllt mich Freude und Enthusiasmus. Außerdem, im Garten kann ich mit schicken Schuhen sowieso nichts anfangen;).

Bei unserem letzten Abstecher im Baumarkt konnte ich nicht widerstehen, als ich all die frischen Kräuter sah. Mit Küchenkräutern auf dem Balkon hatte ich bisher wenig Glück. Die gehen mir regelmäßig ein. Im Garten, hingegen entwickeln sie sich prächtig, und das sogar ohne mein Zutun. Sind eben doch Wildtiere. Bis es allerdings warm genug ist, um sie auszusiedeln bleiben sie noch ne Weile in Gefangenschaft auf der Fensterbank. Ich kann mich nicht satt sehen. Lenz, wo bist du!!??!!


Mittwoch, 9. März 2016

Balloon Kartoffeln: Schnell und Lecker



Auch wenn ich keine Zeit (oder Lust *räusper*) zum Kochen habe, versuche ich trotzdem eine gesunde Kleinigkeit auf den Tisch zu bringen für mein Herzblatt. Heute war einer dieser Tage. Ich entschied mich kurzerhand für Balloon Kartoffeln und dazu eine große Schüssel gemischten Salat. Ich mag dieses Gericht, weil es sich super schnell zubereiten lässt und man es mit jeglicher Art von Fleisch, Fisch und Gemüse kombinieren kann.

Zubereitungszeit: ca. 5 Min.                  Backzeit: ca. 25 min                       Portion für 2 Personen

1.         Heize den Backofen bei 200 Grad vor. 
2.         Nehme 4 mittlere Kartoffeln und wasche sie gut unter kaltem Wasser ab. 
3.         Schneide sie der Länge nach in zwei Hälften und reibe die Schnittstelle gleichmäßig mit 
            etwas Salz ein.  
4.         Lege die Kartoffeln mit der Schnittstelle nach oben in den Backofen für 25-30 min. 
5.         Nach Ablauf der Zeit, reibe die Schnittstelle mit etwas Öl deiner Wahl ein und Würze die    
            Kartoffeln nach Belieben, z.B. mit Pfeffer, Paprika oder Kräutern. 
6.         Lege die Kartoffeln für weitere 5 Minuten zurück in den Backofen.

                                                                   Guten Appetit!

Kleine Drachen in Blumentöpfen...



Nachdem die Erdbeeren letztes Jahr so ein Erfolg waren, soll  die Balkonpflanzung 2016 ganz im Sinne der Nutzpflanzen stehen. Neben Erdbeeren will ich mich auch an Ringelblumen, Tomaten, Bohnen und eventuell Salat versuchen. Vergangene Woche habe ich die Bohnensamen in kleine Töpfe auf der Fensterbank gepflanzt zum Vorziehen. Und als ich heute morgen nach ihnen schaute, wurde ich von zwei kleinen Drachenköpfen mit rausgestreckten Zungen begrüßt. Sind die nicht einfach nur niedlich! Auch die Ringelblumen strecken ansatzweise  schon ihre dünnen Ärmchen aus der Erde. Ich hätte ja nicht gedacht, dass das so schnell geht.

Update aus dem Inneren: Es wird kuschlig und ich wurde zur hypokrisischen Handlungen verleitet...

Und alles, was wir dazu brauchten,  waren etwas Zeit und nicht ganz drei Packen Steinwolle, 80 cm dick vom Baumarkt unseres Vertrauens. Hierbei lohnt es sich immer, die Preise verschiedener Anbieter zu vergleichen. Wir haben pro Pack 11,20€ bezahlt, was derzeit das beste Angebot war.

Verarbeitung:
Wie vom Hersteller versprochen, lässt sich die Steinwolle problemlos verarbeiten. Mit einem Teppichmesser lassen sich die Matten kinderleicht zuschneiden. Das weiche Material fügt sich perfekt in das Gebälk. Adequate Schutzkleidung (diese beinhaltet Atemmaske,  Schutzbrille und Handschuhe) ist unbedingt ein Muss, denn die Fasern sind sehr aggressiv auf der Haut und reizen die Schleimhäute. Alleine durch das Auspolstern der Seitenwände ist es in der Hütte schon merklich wärmer geworden.

Ist das etwas ne Steckdose?!?
Wie man unschwer auf dem Foto erkennen kann, arbeitet hier jemand zeitgleich an einer Elektro-Installation. Ja, das ist Robert. Vorweg möchte ich sagen, der kann das. Also keine Sorge, da wird nix aufs Gradwohl irgendwie zusammengepfercht.

Aber hatte ich nicht ursprünglich gesagt, wie toll es ist, keinen Strom zu haben?! Ja, das stimmt. Ich war überhaupt nicht begeistert von der Idee. In meiner Vorstellung sollte dieser Garten ja gerade ein Zufluchtsort "fernab der Zivilisation " sein, daher auch ohne Strom und ohne fließend Wasser. Als wir mit den Umbauarbeiten anfingen, hat Robert dann zwei Solar Panels besorgt, die genug Strom erzeugen, dass wir die Tischkreissäge benutzen können. Ich muss zugeben, dass das die Arbeit ungemein erleichtert. Die Alternative wäre gewesen, alles von Hand zu sägen oder ein Aggregat zu stellen, und das ist ja wohl alles andere als umweltfreundlich. Ich bin trotzdem nach wie vor der Meinung, dass wir den Strom in der Hütte nich brauchen, aber in der Liebe muss man eben Kompromisse machen. "You can't always get what you want" - das haben schon die Rolling Stones richtig erkannt. Naja, letzten Endes muss ich den Strom ja nicht verwenden, wenn ich nicht will ;).

Dienstag, 8. März 2016

Die Geschichte vom Waldschrat, seiner Frau und dem Traum vom Rundfenster



Es waren einmal ein Waldschrat und seine schöne Frau, die lebten in einer kleinen Hutzel Hütte irgendwo im Schwäbischen Wald. Bevor die Waldschrats eingezogen waren, hatte die Hütte viele Jahrzehnte leer gestanden, sodass es nun viel zu tun gab, um die Hütte wieder bewohnbar zu machen. Den ganzen Sommer über arbeiteten sie. Sie deckten das Dach, legten den Boden, isolierten die Wände, begradigten den Boden und setzten sogar ein neues Fenster. Eines Tages sagte die schöne Frau des Waldschrats: "Ach, Schradi, wäre es nicht traumhaft, wenn die Hutzel Hütte ein kleines rundes Fenster im Dachspitzen hätte?" Der Waldschrat nickte und sprach: "In der Tat, das wäre es". Und so machten sie sich auf und suchten in ganz Baden-Württemberg nach einem kleinen Rundfenster. Doch vergeblich. Die Rundfenster waren einfach viel zu teuer, als dass das Waldschrat-Pärchen sich diese hätte leisten können. So gaben sie die Idee schweren Herzens auf. Der Vater der schönen Waldschrat Frau hatte noch ein Fenster, das er bereit war, ihnen zu schenken. Die beiden waren für dieses großzügige Angebot sehr dankbar und freuten sich. So gingen die Wochen ins Land und sie fanden einfach keine Zeit, das Fenster abzuholen. 

Eines Tages besuchten sie die Eltern des Waldschrats. Es regnete und stürmte heftig, sodass sie den Tag vor dem warmen Kamin verbrachten bei Kaffe, Kuchen und tollen Unterhaltungen. Und während sie so redeten sagte der Vater des Waldschrats, eigentlich aus Spaß: "Braucht ihr zufällig ein altes Rundfenster? Wir haben unser altes Fenster ausgetauscht." Als sie das Fenster sahen, waren sie sofort begeistert. Es war genau, was sie gesucht hatten. Glücklich über das unerwartete Geschenk, luden sie das Fenster auf und machten sich auf den langen Heimweg in den Schwäbischen Wald. 

Kaum, dass sie zurück in der Hutzel Hütte waren, setzten sie das neue Fenster ein. Dazu hielten sie das Fenster an die gedachte Stelle im Dachspitzen und zeichneten den Umriss des inneren Kreises an. Dann sägte der Waldschrat den Umriss aus, klebte das Fenster mit Bauschaum in die Öffnung und verschraubte es ganz fest. Das Fenster passte so perfekt in den Dachspitz,als ob es schon immer dort hingehört hätte. Und keiner hätte gedacht, dass das Rundfenster so viel Licht in die Hutzel Hütte bringen würde. Seit das Rundfenster eingebaut wurde, steht die Arbeit in der Hutzel Hütte still, denn der Waldschrat und seine schöne Frau sitzen nur noch da, blicken aus dem Rundfenster in die Baumwipfel und träumen, träumen, träumen.                                                
                                 Ende

Montag, 7. März 2016

Mein kleiner grüner ... Schuppen

"Wenn erst einmal der Schuppen steht, 
die Arbeit innen leichter geht"

Und wieder einmal hat sich gezeigt, dass es sich lohnt, geduldig zu sein, und nichts zu überstürzen. 

Schon eine ganze Weile haben wir mit dem Gedanken gespielt, einen Geräteschuppen aufzustellen, um mehr Bewegungsfreiheit in der Hütte zu schaffen für den Innenausbau. In den meisten Baumärkten  und Gartencentern gibt es bereits vorgefertigte Bausätze, wahlweise aus Blech, Holz oder Kunststoff. Letzteres schied von vorne herein aus. Kurz gesagt, ich bin kein Fan von Plastik. Die Preise für Blech- oder Holzschuppen sind allerdings horrend, sodass wir darüber nachdachten, selbst einen Schuppen zu bauen. Wenn uns da der Zufall nicht wieder einmal in die Hände gespielt hätte...

Meine Eltern haben gerade ihren Wohnwagenstellplatz aufgegeben. Vor ein paar Monaten haben sie sich einen Blechschuppen gekauft zur Unterbringung ihrer Outdoor Möbel etc. Diesen Schuppen haben sie uns jetzt kurzerhand geschenkt. Er stand sogar schon fertig zum Abtransport auf dem Hänger, sodass wir ihn nur noch ankoppeln mussten. Ich bin so happy! Natürlich sind wir schon am Überlegen, wie wir uns bei ihnen bedanken können, denn wir wissen ja, wie teuer diese Schuppen sind. Mal sehen, was mir einfällt. 

Die Unterkonstruktion: 
Wir wollten den Schuppen nicht direkt auf den Erdboden stellen. Also bauten wir eine Unterkonstruktion aus 6 Douglasien-Balken und 6 Stahlpfosten. "Kann ja nicht so lange dauern" habe ich anfangs gedacht. Letzten Endes hat es einen ganzen Tag gedauert, nur um das Fundament aufzustellen, weil immer wieder irgendwas den Arbeitsprozess verlangsamte. Zuerst mussten wir den Boden begradigen und Erdboden aufschütten. Allein das dauerte etliche Stunden. Nachdem alles grad genug war und der zukünftige Standort des Schuppens genau vermessen war, wurden die Stahlpfosten ins Erdreich eingeschlagen. Ausgerechnet der letzte Pfosten ließ sich nicht tief genug einschlagen, weil er durch einen Stein im Boden blockiert wurde. Es half alles nichts. Wir mussten den Stein mit der Handschaufel ausgraben, was nicht nur nervig, sondern auch zeitaufwändig war. Wenigstens das Verschrauben der Balken ging problemlos. Am Schluss wollten wir die Balken noch mit Teerfarbe streichen, um sie Wetterfest zu machen. Aber weil es so kalt war, ließ sich die Farbe nicht streichen. Sie war zäh wie Gummi. Also mussten wir diese Aktion auf einen anderen Tag verschieben. 

Das Aufstellen des Schuppens:
Eine Woche später fanden wir endlich Zeit, um den Schuppen aufzustellen. Da unser Grundstück nicht mit dem Auto befahrbar ist, gab es zwei Möglichkeiten: 1. Den Schuppen zerlegen und in Einzelteilen transportieren oder 2. den Schuppen an einem Stück zu zweit knapp 200 Stufen hinuntertragen. Jetzt, wo ich es lese, muss ich selbst den Kopf schütteln. Was soll ich sagen - die Faulheit hatte im ersten Moment gesiegt. Die Retourkutsche dafür bekamen wir sofort. Wir kamen nicht einmal zur ersten Stufe. Zum Glück, muss ich jetzt sagen. Das war so leichtsinnig - da hätte alles passieren können.  Kaum hatten wir den Schuppen angehoben, begann er gefährlich zu wanken, kippte.... und fiel zu Boden. Uns ist nichts passiert, aber der Schuppen hat ein paar Dellen abbekommen. Es war so dumm und vorhersehbar, dass wir beide erst einmal hysterisch lachen mussten, weil wir bis zur letzten Sekunde davon überzeugt waren, dass wir es schaffen würden. Danach haben wir den Schuppen doch zerlegt. Zusammengeschraubt war alles dann im Handumdrehen. Wir wollten das Fundament fertig streichen, aber natürlich hat es ausgerechnet an dem Tag geschüttet, wie aus Eimern. Aber wir haben keine Hektik - alles zu seiner Zeit. Mit jedem Stück kommen wir unserem Traum vom Garten ein großes Stück näher. 

Projekt Erdbeersamen: Ein Versuch

Vergangenen Sommer habe ich auf unserem Balkon Hummi-Erdbeeren im Blumenkasten angepflanzt und es war ein richtiges Erfolgserlebnis. Von Mitte Mai bis ins Spätjahr konnten wir jeden Tag eine Hand voll Erdbeeren ernten. Bis in den Dezember hab ich die Pflanzen draußen gelassen, da das Wetter hier im Süden so garnicht winterhaft war - an Weihnachten hatten wir 15 Grad. Und dann vielen die Temperaturen im Januar plötzlich über Nacht für einige Tage auf unter Null - und wer hat nicht mehr an die Erdbeeren gedacht?!? Als ich mich wieder erinnerte, ware es leider zu spät. Ich kann es nicht leugnen - es hat mich hart getroffen :(

Zum Geburtstag hat mir meine Schwester  dann ein Erdbeer-Kit geschenkt, inklusive Erdbeersamen. Kaum dass die Samen in der Erde waren, fingen sie nach nur wenigen Tagen auch schon an zu keimen. Ich bin echt mal gespannt, ob es mir gelingt, taugliche Setzlinge zu ziehen. Noch bin ich ja etwas skeptisch. Only time will tell... Was auch dabei rauskommen mag, im Moment habe ich einfach nur Spaß daran, den Kleinen beim Wachsen zuzusehen. Ich kann es kaum erwarten, endlich den Balkon zu bepflanzen. Frühling, von mir aus kannst du kommen.



Dienstag, 5. Januar 2016

Erneuerung des Hüttendachs

Wo soll ich bloß anfangen?! Bisher war das Dach zweifellos die größte Baustelle während des gesamten Hüttenumbaus. Nach der ersten Inspektion war uns klar, das Dach muss erneuert werden. Zwar waren die Ziegel zum größten Teil noch gut erhalten, jedoch die Unterkonstruktion war durch die vielen Jahre der Vernachlässigung stark angegriffen worden durch Tierexkremente und hereindringendes Regenwasser. Nach ausgiebiger Recherche entschieden wir uns für ein Stahldach. 5 Monate später ist das neue Dach endlich drauf! Naja, fast. Hier und da fehlen noch ein paar Abschlussbleche, aber die Hauptsache ist, das Dach liegt. In diesem Beitrag möchte ich die Erlebnisse aus dieser für uns sehr aufwendige und langwierige Aktion mit euch teilen, in der Hoffnung, dass sie für den einen oder anderen hilfreich sind. 

Abriss des alten Daches:



Dabei hatten wir während der Abriss-Phase viel Hilfe von Freunden. Zu fünft hatten wir das Dach in nur 4 Stunden komplett bis aufs Gebälk abgebaut. *YEEEY!* Als erstes mussten die Ziegel runter. Während einer mutig genug war, aufs Dach zu krabbeln, bildeten wir anderen eine Menschenkette und setzten die Ziegel in eine Ecke hinter der Hütte. Zwar waren die Ziegel nicht unbedingt schwer, aber nach einer gewissen Zeit des Ziegelschleppens, konnte ich meine Oberarm Muskulatur deutlich spüren. Vom nächsten Morgen möchte ich garnicht erst sprechen...



Anschließend entfernten wir die alte Verladung, die sich darunter befindende Dachfolie, sowie die alte Regenrinne. Zu meiner Verwunderung war die Folie das einzige, das Dach und Dachboden voneinander trennte. Wie ich später erfuhr, hat man Dächer früher anscheinend so gebaut. Kein Wunder hatte es in der Hütte nur so von Nagetieren gewimmelt! Der Dachboden war von Nagetier-Exkrementen nur so übersät. Ich war so angewidert, dass ich sogar vergaß, ein Bild davon zu machen. Der Anblick allein war schon eklig, aber der Geruch war einfach nur abstoßend! Natürlich waren wir ganz vorbildlich ausgestattet mit Atemmasken und Schutzanzügen. Sicherheit muss sein! Zumal BaWü zu den Regionen mit einem erhöhten Risiko für das Hantavirus gehört. Dabei handelt es sich um eine Infektionskrankheit, die unter Anderem bei Kontakt mit Exkrementen einiger Nagetiere übertragen werden kann und im schlimmsten Fall tödlich endet. Mit der "Mäusekrankheit" ist also nicht zu spaßen! Um das nun freilegende Gebälk vor eventuellen Regenschauern zu schützen, zweckentfremdeten wir kurzerhand die Bodenplane, auf der normalerweise unser Zelt steht.



Nach getaner Arbeit ließen wir den Rest des Tages mit gekühltem Bier und Bratwürsten gemütlich ausklingen und genossen das hereinbrechende Abendrot.



Einziehen eines Zwischendachs aus OSB Platten:
Wie auch später beim Boden benutzten wir für den "Rohbau" 20 cm dicke OSB Platten, um zukünftige Nager-Attacken auf die Hütte abzuwehren. Beim Herankarren der Platten hatten wir Gott-sei-Dank zu Beginn noch Hilfe. Die waren nämlich nicht nur sackschwer (for a mouse like me), sondern vor allem auch extrem unhandlich, weil so lang. Das Grundstück ist nicht mit einem Auto befahrbar, was zwar cool ist, weil es dadurch sehr uneinsehbar ist. Im Umkehrschluss bedeutet dies jedoch, dass man jedes Stück Material zur Hütte hintragen muss, und das auch noch bergauf. Aber Robert hatte eine geniale Idee: Er installierte eine Seilwinde, die über eine Autobatterie gespeist werden kann und besorgte einen Metallwagen, mit dem wir die Materialien nun zur Hütte transportieren können. Das Ganze sieht dann in etwa so aus:

Der anstrengendste Teil der ganzen Dach-Aktion war allerdings das Hinaufhiefen der OSB Platten auf das Dachgebälk. Diesen Teil erledigten Robert und ich nämlich alleine. Daher dauerte es auch eine ganze Weile, bis die Platten oben waren. Zu zweit brauchten wir fast vier Tage, bis das  Dach komplett geschlossen war. Immer noch ziemlich schnell find ich.




Hier die Ansicht auf das Zwischendach aus dem Inneren der Hütte.

Über das OSB-Dach spannten wir nachher eine Dachfolie, die mit einem Speziellen Klebeband verklebt und mit einer Tackermaschine festgetackert wird. Da diese Folie bis zu drei Monaten als vorläufiges Dach verwendet werden kann, gewannen wir so erstmal etwas Zeit und mussten uns über eventuelle Wetterumschläge (vorerst) keine Sorgen mehr machen.

Hier die Dachfolie in all ihrer Herrlichkeit. Man beachte auch das kleine Dachfenster, das völlig beiläufig an der Stelle der alten Dachbodenluke eingesetzt wurde, sowie die neue, noch ungestrichene Metalltür.

Verlegen des Metalldach:
Als wir drei Wochen Später die Arbeit am Dach wieder aufnahmen, schlug plötzlich das Wetter um. Es regnete pausenlos und es war bitter kalt. Aber es half alles nichts - das Dach musste drauf, und zwar besser gestern...

Nach eingängiger Recherche entschieden wir uns für ein Metalldach von der Firma Ydra. Das Dach wird nicht aus einzelnen Ziegeln zusammengesetzt, sondern aus Metallplatten in Ziegeloptik. Die Platten gibt es in 3 unterschiedlichen Längen. In unserem Fall passte die mittlere Ausführung perfekt.

Das eigentliche Verlegen geht in der Tat ziemlich flink. Auch der Preis von 22,45 €/Platte schien unschlagbar und optisch (finden wir) steht es einem echten Ziegeldach in nichts nach. Für das komplette Dach haben wir dann dennoch  knapp 200 Euro beraffen müssen, denn zusätzlich zu den Dachelementen kamen weitere Teile, wie Abschluss- und Fristbleche, sowie die speziellen Schrauben... Naja, Kleinvieh macht ja bekanntlich auch Mist, und ist daher nicht zu unterschätzen.  Das war zwar deutlich mehr, als wir ursprünglich ausgeben wollten und schmerzte auch im Geldbeutel, aber das System überzeugte durch die leichte Handhabung, sowie die durch den Hersteller versprochene Robustheit und eine Lebensdauer von bis zu 80 Jahren.



Zuerst schraubten wir auf jeder Dachhälfte 6 Dachlatten auf, sowie jeweils einen dickeren Abschlussbalken. In diesem Schritt ist es auch wichtig, bereit die Halterungen für die zukünftige Regenrinne anzubringen, da dies, wenn das Dach erst einmal drauf ist, ungemein schwieriger wird. Um das Holz Wetterresistent zu machen, strichen wir wieder alles mit Teerfarbe. Angesichts der niedrigen Temperaturen brauchte die Farbe sehr lange zum trocknen. Eine Woche später, war die Farbe immer noch zäh. Auf eine Hälfte unseres Dach passten fast genau 4 Elemente. Der minimale Überstand ließ sich problemlos mit einer herkömmlichen Metallschere aus dem Baumarkt abschneiden. Das Verlegen der Platten war wirklich einfach. Das Herumbalancieren auf den nassen Stahlplatten bei 5 Grad (+/- 5 Grad) allerdings weniger, und absolut kein Spaß. Außerdem sind die Kanten der Metallelemente sehr scharf. Keine Handschuhe - Keine gute Idee! Ich sag nur Auaaaa!

Trotz der einfachen Verarbeitung der Elemente zog sich die Installierung über Wochen aufgrund der schlechten Wetterverhältnisse und einem übervollen Terminkalender. Dazu kam, dass es immer schon um 16 Uhr dunkel wurde. Zu diesem Zeitpunkt sind noch nicht alle Abschlussbleche angebracht und auch die Regenrinne fehlt noch. Aber, alles zu seiner Zeit.

Mini-Baustellen ohne Ende...

Da wir wussten, dass die Erneuerung des Dachs eine kostspieligere Angelegenheit werden würde, versuchten wir bei allem anderen zu sparen, so gut es ging.

Fenster und Fensterläden: Aus alt mach neu



Eigentlich haben die Fensterläden ihre besten Tage auch schon lange hinter sich. Beim Anschleifen bemerkte ich schnell, dass das Holz teilweise schon morsch ist und nur noch durch die alte Farbe zusammengehalten wurde. Da wir im Moment allerdings weder das Geld, noch die Zeit haben, um neue Fensterläden zu bauen, investierten wir in eine wetterfeste Holzfarbe und verliehen den Läden einen neuen Anstrich. Ich wollte eine Farbe, die frisch, aber nicht zu schrill ist. Schließlich entschied ich mich für ein sanftes Taubenblau. Das Ergebnis kann sich doch sehen lassen. Auch die Fensterrahmen der alten Fenster habe ich abgeschliffen und in einem Altweiss-Ton gestrichen.



Wo eine Tür nicht mehr schließt, .... muss eine neue her:

Nachdem die Dachfolie endlich drauf war, (*yeeeey*) erneuten wir erst einmal die Tür. Die alte war völlig verzogen und an der Unterseite schon durchgefault. Am liebsten hätte ich ja so eine nette Gartenhaustür aus Holz gehabt, aber die sind im Baumarkt ziemlich teuer und auf einschlägigen Anzeiger-Webseiten war auf die Schnelle nichts zu finden. Zum Glück ist mein Paps ein leidenschaftlicher Baustoff-Sammler und als wir ihm unser "Leid" klagten, hatte er doch tatsächlich noch eine Metalltür über, die er uns großzügiger Weise überließ, inklusive Rahmen. Zwar entsprach die Tür so garnicht meinen Vorstellung, aber es war definitiv eine Entlastung für unsere Haushaltskasse. Man muss eben auch lernen Kompromisse zu machen, nicht wahr?!

Was wir zu diesem Zeitpunkt nicht wussten war, dass mit dem Einbau der Tür, eine Phase der Mini-Baustellen losgetreten werden würde, die uns knapp drei Monate Zeit rauben würden. Denn hinter jeder Holzplanke kam ein neues Problem zum Vorschein.  Alles begann damit, dass die neue Tür etwas breiter und Höher war, als die alte, sodass das Gebälk für den Türrahmen ebenfalls umgebaut werden musste. Dabei mussten wir feststellen, dass die Holzplanken von der Außenverkleidung zum Boden hin  völlig durchgefault waren. Der Grund dafür war, dass das Erdreich an dieser Stelle zu hoch lag und so das Regenwasser ungebremst gegen das Holz peitschte. Es half also alles nicht: Wir mussten als erstes die Erde abgraben und das Steinfundament wieder freilegen, das über die Jahre verschüttet worden war. Dann rissen wir das faulige Holz runter und -wer hätte es gedacht- zogen eine Zwischenwand aus dicken OSB-Platten ein, auf der wir dann neue Holzplanken aufschraubten. Diese strichen wir dann provisorisch mit zwei lagen Holzschutz, um sie winterfest zu machen. Konnte ja keiner wissen, dass der dieses Jahr sooo lange auf sich warten lassen würde. Ganz beiläufig setzten wir während dieser ganzen Aktion noch ein kleines Fenster in der ehemaligen Dachluke ein, um eine bessere Zirkulation in der Hütte herzustellen. Das Fenster haben wir für nen 20er im Baumarkt ergattert. Im Moment suchen wir noch nach einem zweiten kleinen Fenster für die gegenüberliegende Seite. Rund soll es sein - Geduld ist hier wohl das Schlüsselwort.

Ich bin so froh, dass diese Phase der Mini-Baustellen endlich vorbei ist. Für mich war es neben dem Boden die frustrierendsten Zeit während des gesamten Umbaus, weil man zwar viel gearbeitet hat, aber so wenig Erfolg sah. Alles ging so langsam und immer, wenn man dachte, man hätte es geschafft, tauchte ein neues Problem auf. Dazu kam noch, dass wir eigentlich kaum Zeit hatten, um an der Hütte zu arbeiten (zumindest theoretisch), weil uns der ganz normale Alltagswahnsinn inzwischen wieder eingeholt hatte. Witziger Weise nahmen wir uns die Zeit einfach, und das hat auch funktioniert. Dies beweist mal wieder, dass es sowas wie "ich hab keine Zeit" eigentlich nicht wirklich gibt. Es ist oft eher eine Frage der Einstellung.